Wirtschaft

Deutsche-Bank-Aufsichtsrat Großaktionäre setzen weiter auf Achleitner

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Nicht unumstritten: Paul Achleitner.

(Foto: dpa)

Mitten im Umbau wagen die Deutsche-Bank-Investoren wohl keinen Wechsel an der Spitze des Kontrollgremiums. Damit scheint der Weg für Paul Achleitner für eine zweite Amtszeit frei.

Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner hat trotz der schwierigen Lage des Geldhauses gute Chancen auf eine zweite Amtszeit. Keiner der Großaktionäre des Konzerns werde aktiv nach einem Nachfolger für den Österreicher suchen, berichtete das "Manager Magazin" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Achleitners Amtszeit läuft im Mai 2017 ab.

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Die Deutsche Bank wollte die Informationen nicht kommentieren. Der 60-Jährige hat bereits signalisiert, für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen. Achleitner war 2012 parallel zur Doppelspitze Anshu Jain und Jürgen Fitschen oberster Kontrolleur der Deutschen Bank geworden. Zuletzt wurde auch er zunehmend für die Talfahrt des Instituts verantwortlich gemacht.

Dem Chefkontrolleur wird eine Mitschuld an der lange schleppenden Aufarbeitung der Altlasten gegeben. Zudem habe er zu lange am Investmentbanker Jain als Co-Chef festgehalten. Mitte 2015 zog er die Notbremse und ersetzte Jain durch den Briten John Cryan, der die Bank nun sanieren soll.

Damoklesschwert US-Milliardenstrafe

Topinvestoren sei die Situation der Bank zu fragil, als dass sie einen Neustart ohne Achleitner wagen wollen, schrieb die Zeitschrift nun. Derzeit gelten insbesondere die juristischen Altlasten als größte Gefahr für die Bank. So ringt das Geldhaus in den USA um einen Vergleich wegen umstrittener Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der jüngsten Finanzkrise. Die US-Justiz forderte zuletzt eine Zahlung von 14 Milliarden US-Dollar und hatte damit Sorgen um die Stabilität des Konzerns ausgelöst, obwohl die Bank selbst mit einer deutlich niedrigeren Strafe rechnet.

Im vergangenen Jahr hatte das Institut bereits einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro ausgewiesen. Größte Aktionäre sind Mitglieder der katarischen Herrscherfamilie Al-Thani, die einschließlich Optionen zusammen auf 10 Prozent der Anteile kommen, und der US-Vermögensverwalter Blackrock mit 5,15 Prozent.

Quelle: ntv.de, wne/dpa

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