Wirtschaft

Wird Cyberwährung das neue Gold? Großbank sieht spektakulären Bitcoin-Kurs

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(Foto: REUTERS)

Der Bitcoin hat bislang auch heftige Rückschläge überstanden. In den vergangenen Tagen raste der Kurs der Kryptowährung auf ein Rekordhoch. Die Wall-Street-Bank JP Morgan hält es für möglich, dass Bitcoin bald dem Gold Konkurrenz machen wird.

Wie sich die Zeiten ändern. Einst bezeichnete der Chef von JP Morgan die Kryptowährung Bitcoin als Betrug und prognostizierte, dass sie in einem Crash enden werde. Außerdem kündigte Jamie Dimon an, jeden Mitarbeiter zu feuern, der mit Bitcoins handele. Mittlerweile ist seine Einstellung allerdings eine andere: JP Morgan sagt voraus, dass der Bitcoin in schwindelerregende Höhen klettern kann.

Genauer gesagt auf rund 146.000 Dollar. Derzeit kostet ein Bitcoin nach dem jüngsten rasanten Aufstieg und dem deutlich weniger rasanten Rücksetzer rund 31.600 Dollar.

JP Morgan vergleicht die Kryptowährung inzwischen mit Gold: Künftig könne der Bitcoin wie das Edelmetall als sicherer Hafen in Krisenzeiten gelten - und damit Gold Konkurrenz machen. Doch ob das wirklich passieren wird, ist der Großbank zufolge offen.

Der derzeitige Wert aller Bitcoins in Höhe von 575 Milliarden Dollar müsse noch um das 4,6-Fache steigen, um das Niveau der gegenwärtigen privaten Investitionen in Gold zu erreichen, zitiert "Bloomberg" die zuständigen Analysten. Die wesentliche Voraussetzung dafür sei allerdings, dass sich die immense Schwankung des Bitcoin-Kurses so weit reduziere, dass sie sich zumindest der Volatilität von Gold annähere. Nur dann würden ausreichend institutionelle Investoren die Kryptowährung als Anlage-Alternative zum Edelmetall betrachten. Doch bis es so weit ist, dürften noch einige Jahre vergehen, heißt es weiter. Das Kursziel von 146.000 Dollar sei deshalb eine langfristige Perspektive.

Alles nur Spekulation?

Am Montag war Bitcoin um rund 17 Prozent abgestürzt, nachdem der Kurs am Wochenende auf rund 34.000 Dollar geschossen war. In den letzten Monaten hatte sich der Preis damit vervierfacht. Heftige Kursschwankungen sind beim Bitcoin üblich.

Die Meinungen in der Finanzbranche über Bitcoin gehen weit auseinander. Die einen sehen in den Kursgewinnen der Kryptowährung eine reine Spekulationsblase, die bald platzen wird. Die anderen halten Bitcoins für ein sinnvolles Investment, um sich beispielsweise gegen Inflation zu schützen.

Für dieses Jahr hält JP Morgan es für durchaus möglich, dass der Bitcoin-Kurs in den Bereich zwischen 50.000 und 100.000 Dollar klettern kann. Doch sollte dies passieren, wäre dieses Niveau nicht nachhaltig, so die Analysten. Zumindest derzeit nicht.

Quelle: ntv.de