Wirtschaft

100 Millionen Geschädigte Hackerin erbeutet Daten von US-Bankkunden

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Laut Capital One ist ein Weiterverkauf der erbeuteten Daten durch den Hacker unwahrscheinlich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen: Daten von Millionen Kunden aus fast 15 Jahren greift eine Hackerin bei der US-Bank Capital One ab. Ein IT-Spezialist kommt ihr dabei zufällig auf die Schliche. Das FBI nimmt sie fest.

Bei einer Hackerattacke auf die US-Großbank Capital One sind sensible Daten von mehr als 100 Millionen Kunden gestohlen worden. Die Bundespolizei FBI nahm die mutmaßliche Hackerin fest, eine 33-jährige Informatik-Ingenieurin aus Seattle, wie die Behörden mitteilten. Sie hatte demnach im Internet mit dem Datendiebstahl geprahlt.

Die Frau hatte sich Zugang zu den Daten von Kreditkartenanträgen und existierenden Kreditkarten verschafft, wie die Bank mitteilte. Demnach waren in den USA die Daten von rund 100 Millionen Menschen betroffen, zudem sechs Millionen Kunden in Kanada. Es seien aber keine Kreditkartennummern oder persönliche Login-Daten ausgespäht worden, hieß es weiter.

Nach bisherigen Erkenntnissen sei es unwahrscheinlich, dass die Hackerin die erbeuteten Daten weiterverbreitet oder betrügerisch eingesetzt habe, erklärte Capital One. Die Daten aus den Jahren 2005 bis 2019 umfassten unter anderem die Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Geburtsdaten von Kreditkartenkunden und Antragstellern. Zum Teil seien auch Informationen zur Kreditwürdigkeit, dem Verfügungslimit der Karten und Transaktionen in den Besitz der Frau gekommen, hieß es weiter.

Ein externer Spezialist für IT-Sicherheit hatte die Bank demnach am 17. Juli auf eine Schwachstelle in ihrem System hingewiesen. Zwei Tage später habe die Bank den großangelegten Daten-Diebstahl festgestellt. Die Panne werde Capital One im Lauf des Jahres etwa 100 bis 150 Millionen US-Dollar (bis zu 135 Millionen Euro) kosten, vor allem für Rechtskosten, Benachrichtigungen von Kunden und Umstellung der Technik.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/AFP