Wirtschaft

Lebensmittelversorgung gesichert Handel trotzt geschlossenen Grenzen und Kitas

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Es gebe bisher keine Probleme in der Warenversorgung aus dem Ausland, teilte die Rewe-Group mit.

(Foto: dpa)

An Deutschlands Grenzen ist der Verkehr eingeschränkt - die großen Lebensmittelhändler betonen, dass die Versorgung mit Lebensmitteln nicht gefährdet sei. Man behalte die Entwicklung jedoch im Auge - und könne zur Not reagieren. Hilfe brauchen die Unternehmen aber beim Verkauf.

Die Schließung der Grenzen zwischen vielen EU-Ländern beeinträchtigt den Verkehr zwar, die großen Lebensmitteleinzelhändler geben jedoch Entwarnung: Die Lieferungen auch aus dem Ausland liefen weiter, "obgleich sich die Transportzeiten durch die Grenzkontrollen verlängern", wie Rewe-Sprecher Andreas Krämer ntv.de berichtet. Auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka versichert, der Warentransport über die Grenzen funktioniere trotz der Einschränkungen für den Personenverkehr. Lücken in den Regalen seien auf die "erhöhte Nachfrage" in "einigen Sortimentsbereichen, etwa bei haltbaren Lebensmittel wie Nudeln und Konserven oder auch Hygieneprodukten" zurückzuführen. "Dennoch können wir die tägliche Belieferung der Märkte mit ausreichend Ware über unsere Logistikzentren weiterhin gewährleisten", teilt Edeka mit.

Die am Wochenende verkündeten Grenzschließungen zu vielen Nachbarländern Deutschlands hatten unter anderem EU-Kommissionchefin Ursula von der Leyen große Sorgen bereitet. "Wenn wir jetzt nicht handeln, werden Läden Schwierigkeiten bekommen, ihre Lager mit bestimmten Produkten zu füllen", sagte von der Leyen in einem auf Twitter verbreiteten Video. Die Produktionsketten der Industrie und die Lieferketten es Handels im europäischen Binnenmarkt laufen seit Jahrzehnten quer über alle Landesgrenzen der EU. Unter anderem die Autobauer können ihre Produktion derzeit kaum noch aufrecht erhalten, da Vorprodukte aus manchen besonders vom der Corona-Pandemie betroffenen Gebieten fehlen und Teile nicht mehr ungehindert von einem Werk zum anderen transportiert werden können.

Ähnliche Probleme erwarten die Lebensmittelhändler allerdings nicht. Die Lager seien gut gefüllt, der Nachschub laufe ungehindert, heißt es unisono bei den Supermarkt-Konzernen. Selbst in den Filialen, in denen die Hamsterkäufer zugeschlagen hatten „und zu Ladenschluss ein Ausverkauf bestimmter Produkte zu beobachten war, sind die Regale am nächsten Tag wieder aufgefüllt“, sagt die Pressesprecherin von Aldi Süd, Nastaran Amirhaji, ntv.de.

Jetzt als Aushilfe bewerben!

Dennoch sorgt etwa Rewe für mögliche Störungen der Lieferketten bereits vor. Man beobachte die Situation genau und bereite sich "darauf vor, je nach Entwicklung, auf alternative Bezugsquelle umzustellen", erklärt Pressesprecher Krämer. Auch Aldi Süd ist nach eigenen Angaben in ständigem Kontakt mit Behörden, Logistikpartnern und den eigenen Filialen, um auf Probleme und vor allem auf Veränderungen in der Kundennachfrage eingehen zu können.

Doch nicht nur die Einschränkungen des Verkehrs an den Grenzen und die Hamsterkäufer stellen die Supermärkte vor Herausforderungen. Geschlossene Kitas und Schulen bringen viele Mitarbeiter und vor allem Mitarbeiterinnen in Not. Man bemühe sich, indivieuelle und flexible Lösungen für alle Betroffenen zu finden, heißt es von den Unternehmen. Bei Rewe denkt man dabei über "ungewöhnliche Lösungsoptionen nach wie die Betreuung im Mitarbeiterraum des jeweiligen Marktes". Die Gewerkschaft Verdi fordert, besondere Hilfsmaßnahmen für Beschäftigte von Super- und Drogeriemärkten. Sie müssten unverzüglich behandelt werden wie etwa Pflegekräfte oder andere Arbeitnehmer der kritischen Infrastruktur, sagte Verdi-Chef Frank Werneke. Für Beschäftigte in solchen "systemrelevanten Berufen" bieten einige Bundesländer Notbetreuungsplätze für die Kinder an.

Zudem setzen die Händler zum Einräumen und Verkaufen der Ware auf neue Unterstützer. "Wer in unseren Märkten jetzt als Aushilfe tätig werden möchte, kann sich unkompliziert bewerben", sagte Rewe-Chef Lionel Souque. Auch Edeka und Netto forderen Interessenten auf, sich direkt in der nächsten Filialen zu melden. Die Märkte hoffen nicht zuletzt auf Studenten, die wegen der Schließung der Universitäten aktuell nichts zu tun haben.

Quelle: ntv.de, kst/dpa/AFP