Wirtschaft

Gin-Erdbeere und Wodka-Orange Haribo knöpft sich Alkohol-Gummibären vor

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Haribo findet die Ähnlichkeit zu seinen eigenen Bären "irreführend".

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein baskisches Startup macht mit seinen Naschereien Erwachsene besonders froh. Für Kinder sind die Wodka- und Rum-Bärchen hingegen völlig ungeeignet. Die Vermischung dieser Genüsse ruft nun den deutschen Branchenriesen Haribo auf den Plan. Die jungen Schnaps-Süßigkeiten-Gründer haben "Angst".

Ein spanischer Hersteller verkauft Gummibärchen mit Alkohol - und der Branchenriese Haribo findet das gar nicht lustig. Man habe rechtliche Schritte gegen das spanische Unternehmen Ositos eingeleitet, bestätigte ein Sprecher von Haribo. Die beschwipsten Bärchen ähnelten den eigenen Goldbären vom Aussehen her. "Es besteht die Gefahr einer irreführenden Verbindung zwischen unserer Marke und den alkoholischen Fruchtgummibären."

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Verkauft wird das Naschwerk mit einem Alkoholgehalt von 15 Prozent in kleinen Metalldosen mit buntem Firmenlogo. Es gibt sie in fünf Farben und Geschmacksrichtungen: Rum-Ananas, Gin-Erdbeere, Wodka-Orange, Whisky-Cola und Tequila-Zitrone. Ein Glas Wein entspricht mehr oder weniger acht "Bärchen mit Alkohol", ein Gin Tonic hat so viel Alkohol wie 15 bis 17 Fruchtgummis aus dem Hause "Ositos & Co".

Ositos lässt Kunden im Online-Shop bestätigen, dass sie älter als 18 Jahre alt sind. Für Haribo hingegen sei die "kindliche Freude und Nasch-Spaß für Jung und Alt" wichtig, sagte der Sprecher. "Für uns schließen sich Kinder und der Genuss von Alkohol grundsätzlich aus."

Ander Méndez, Mitgründer von Ositos, sagte, er sei "aus allen Wolken gefallen", als er kürzlich einen sechsseitigen englischsprachigen Brief von den Haribo-Anwälten erhalten habe. In dem Schreiben ist von "einer großen Ähnlichkeit" zwischen den beiden Süßigkeiten die Rede, und davon, dass es sich bei den Ositos con alcohol (Bärchen mit Alkohol) um eine Verletzung des Rechts am geistigen Eigentum handele.

Haribo verlangt drastische Maßnahmen

Das im Dezember 1920 in Bonn gegründete Unternehmen bietet eine "gütliche Einigung" an, fordert von den baskischen Jungunternehmern jedoch drastische Maßnahmen. In dem Brief werden sie aufgefordert, Produktion und Verkauf "jedes Produkts mit dem umstrittenen Symbol" zu stoppen, die in Spanien eingetragene Marke aufzugeben und "den Betrieb und das Eigentum an der Internet-Domain ositosconalcohol.com" an Haribo abzutreten.

Méndez und seine Geschäftspartner, der 24-jährige Julen Justa und die 25-jährige Tamar Gigolashvili, prüfen derzeit "sehr vorsichtig", wie sie auf das Schreiben aus dem Hause Haribo reagieren - auch wenn sie "nicht genug Ressourcen für ein Gerichtsverfahren haben". Méndez räumt ein, dass sie "Angst" vor dem großen Familienunternehmen haben, das sie "versenken kann, wenn es will". Zugleich versichert er, dass er die Produktion und den Vertrieb der "Bärchen mit Alkohol" fortsetzen will, weil "die Leute sie mögen".

Haribo war 2012 gerichtlich gegen den Schweizer Schokoladenhersteller Lindt vorgegangen. Stein des Anstoßes war damals ein Schokobär in Goldfolie, der sogenannte Lindt-Teddy, der aus Sicht von Haribo gegen die eingetragene deutsche Wortmarke "Goldbär" verstieß. Nach dreijährigem Rechtsstreit unterlag Haribo schließlich vor dem Bundesgerichtshof.

Quelle: ntv.de, mra/dpa/AFP