Wirtschaft

Drohende Pleite Hedgefonds umkreisen A1 Mobil

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Die Finanzierung läuft über einen Teil der Lkw-Maut, die aber deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb.

(Foto: picture alliance / dpa)

Finanzinvestoren wittern beim finanziell angezählten A1-Betreiber ein gutes Geschäft. Bis zu 30 Hedgefonds sollen laut Zeitungsbericht interessiert sein, die Kredite der Gläubigerbanken zu übernehmen, um dann Forderungen an die Bundesregierung einzutreiben.

Das von Insolvenz bedrohte private Autobahn-Betreiber-Konsortium A1 Mobil steht bei Hedgefonds hoch im Kurs. 20 bis 30 Finanzinvestoren hätten bereits ihr Interesse daran angemeldet, Kredite der Gläubigerbanken zu übernehmen und damit Forderungen der Gesellschaft an die Bundesregierung einzutreiben, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Vom Konsortium selbst war kein Kommentar zu erhalten. Insider bestätigten aber das Interesse der Investoren. Auf der Liste sollen laut "SZ" auch die US-Firmen Aurelius Capital Management und Davidson Kempner stehen. Eine Insolvenz von A1 Mobil wird nur durch ein Stillhalteabkommen mit den Gläubigerbanken verhindert, die Zins und Tilgung teilweise stundeten.

Das Konsortium betreibt einen 72,5 Kilometer langen Abschnitt der A1 zwischen Hamburg und Bremen, den es von 2008 bis 2012 sechsspurig ausbaute. Der Vertrag ist im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP) auf 30 Jahre angelegt. Die Finanzierung läuft über einen Teil der Lkw-Maut, die aber deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb, weshalb A1 Mobil den Bund auf Nachbesserung des Vertrages verklagt. Streitwert: knapp 778 Millionen Euro.

Grünen-Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter forderte erneut ein Ende von ÖPP-Projekten im Straßenbau. "Für die Auseinandersetzungen zum Bankrott der A1-Gesellschaft muss sich die Bundesregierung sorgfältig vorbereiten und darf nicht weitere Mittel aus dem Bundeshaushalt riskieren", mahnte Hofreiter.

Quelle: n-tv.de, ddi/dpa

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