Wirtschaft

Konzern wird umgebaut Henkel verkauft Zahnpflege-Marken an Katjes

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Henkel will sich aufs Kerngeschäft konzentrieren. Zahnpasta gehört offenbar nicht dazu.

(Foto: picture alliance / Daniel Kubirski)

Henkel-Chef Knobel baut den Konzern um. Dabei werden auch Marken abgestoßen, die nicht mehr zum Kerngeschäft passen. Dazu gehören etwa die Zahnpflege-Produkte. Den Zuschlag bekommt ausgerechnet ein bekannter Süßwaren-Hersteller.

Der Konsumgüterkonzern Henkel gibt seine Zahnpflege-Marken wie Theramed und Vademecum an den Süßwaren-Hersteller Katjes International weiter. Katjes habe das gesamte Zahn- und Mundpflegegeschäft von Henkel inklusive aller Markenrechte erworben, teilte das Unternehmen mit. Neben Theramed und Vademecum gehören dazu auch etwa Licor del Polo und Antica Erboristeria. Ein Henkel-Sprecher wollte sich nicht zum Kaufpreis äußern.

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Im vergangenen Geschäftsjahr fuhren die erworbenen Marken Katjes zufolge einen Nettoumsatz von über 50 Millionen Euro ein. Sie seien profitabel.

Katjes International hat sich darauf spezialisiert, Unternehmen mit etablierten Marken zu übernehmen. Zuletzt hatte das Unternehmen im August den italienischen Panettone-Hersteller Sperlari gekauft. Doch beschränkt sich Katjes bei seinen Zukäufen schon lange nicht mehr auf den Süßwarenbereich. Bereits 2020 übernahm Katjes den Kinderpflege-Hersteller Bübchen, nach eigenen Angaben deutscher Marktführer für Baby- und Kinderpflege.

Knobel baut Henkel um

"Nach der erfolgreichen Bübchen-Akquisition von Nestlé/Galderma im Jahre 2020 freuen wir uns, in diesem Bereich weitere starken Marken von einem großen und verlässlichen Partner wie Henkel erwerben zu können", sagte Tobias Bachmüller, geschäftsführender Gesellschafter der Katjes International. Die rechtlich selbstständige Katjes International GmbH & Co. KG ist gemeinsam mit ihren Schwestergesellschaften Katjes Fassin GmbH + Co. KG und Katjesgreenfood GmbH & Co. KG Teil der Katjes-Gruppe. Katjes International allein erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 255 Millionen Euro.

Henkel wiederum befindet sich im Umbau, Konzernchef Carsten Knobel legt das kriselnde Kosmetikgeschäft mit der Waschmittelsparte zusammen. Dabei trennt sich der Düsseldorfer Konzern auch von Marken, die Knobel nicht mehr als Teil des künftigen Kerngeschäfts sieht.

Henkel, zu dem Marken wie Persil, Fa und Pritt gehören, hat zuletzt weniger Waschmittel und Kosmetik verkauft, durch Preiserhöhungen seinen Umsatz aber dennoch deutlich gesteigert. Insgesamt wuchs der Konzernumsatz zwischen Juli und September um 17,3 Prozent auf knapp sechs Milliarden Euro, wie Henkel im November mitteilte. Organisch, also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte, lag das Wachstum im 3. Quartal bei 11,3 Prozent.

Quelle: ntv.de, mli/rts/dpa

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