Wirtschaft

Düsteres Déjà-vu für Aktionäre Hochtief weckt Gewinnsorgen

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Was hat Hochtief aus Australien im Gepäck?

(Foto: dapd)

Hochtief lässt mit einer Handelsaussetzung für zwei Tage bei Anlegern die Alarmglocken schrillen. Der Bauriese will die Ergebnisprognose prüfen - Analysten fürchten eine Gewinnwarnung. So mancher Anleger erinnert sich an die Gewinnwarnung des vergangenen Jahres, die den Kurs deutlich belastete.

Hochtief
Hochtief 80,10

Die australische Hochtief -Tochter Leighton muss möglicherweise ihr Gewinnziel zurücknehmen und hat deshalb ihre Aktie für zwei Tage vom Handel aussetzen lassen. In dieser Zeit solle geprüft werden, ob die Mitte Februar veröffentlichte Ergebnisprognose geändert werden müsse, erklärte Leighton am Dienstag.

Anleger erwarten offenbar eine Korrektur nach unten, denn die Aktien des Mutterkonzerns Hochtief brachen nach der Ankündigung um mehr als sechs Prozent ein. Auch die Papiere des Hochtief-Großaktionärs ACS lagen leicht im Minus.

Vorherige Warnung steckt in den Knochen

"Alle wissen, was zur Gewinnwarnung letzes Jahr passiert ist", so ein Händler. Die damalige Gewinnwarnung hatte Leighton um über 11 Prozent gedrückt, ebenfalls im Anschluss an eine Kursaussetzung. Hochtief ist an Leighton mit gut 54 Prozent beteiligt, und ein großer Teil des Hochtief-Werts besteht aus dem Leighton-Anteil. In der Spitze hatte der Wert der Leighton-Beteiligung mehr als 80 Prozent des Werts aller Hochtief-Aktien ausgemacht.

"Auf den ersten Blick ist das ganz klar eine negative Überraschung, weil die Anhebung der Ziele eher unwahrscheinlich erscheint", sagte DZ Bank-Analyst Marc Nettelbeck. Das Bankhaus rechne mit einer moderaten Anpassung um 25 bis 50 Mio. australischer Dollar. Leighton sagt bislang für dieses Jahr einen Gewinn ohne Sonderposten von 600 bis 650 Mio. australischen Dollar (umgerechnet 473 bis 513 Mio. Euro) voraus.

Problem-Projekte

Die Marktteilnehmer sollen am Donnerstag über Änderungen der Prognose von Leighton informiert werden. Details nannte Leighton noch nicht, erklärte aber, dass die Überprüfung auch mit dem 4,1 Mrd. Aussie-Dollar schweren Projekt der Straßenanbindung des Flughafens Brisbane zu tun hat. Das Projekt hatte dem Baukonzern schon vor einem Jahr die Geschäftszahlen verhagelt. Die Gewinnwarnung damals war aber auch von Problemen in Dubai und Katar veranlasst worden. Auch das zweite Großprojekt des Unternehmens, eine Entsalzungsanlage im Bundesstaat Victoria, führte zu hohen Verlusten.

Leighton-Chef Hamish Tyrwhitt - der dritte Chef in zwei Jahren - hatte im vergangenen Jahr angekündigt, bei künftigen Projekten weniger Risiken eingehen zu wollen. Der australische Baukonzern kämpft traditionell mit schwankenden Gewinnen aufgrund seiner risikoreichen Großprojekte.

Quelle: ntv.de, nne/DJ/rts