Wirtschaft

Zugeständnisse vom neuen Chef Hudson's Bay gibt Kaufhof Garantien

Unmittelbar nach dem Kauf der Warenhauskette Kaufhof durch Hudson's Bay fordert die Gewerkschaft Verdi umfangreiche Job- und Standortgarantien. Der neue Eigentümer geht darauf ein - und sogar noch weiter.

Der designierte Kaufhof-Eigner Hudson's Bay hat den Beschäftigten der Warenhauskette umfangreiche Garantien gegeben. Der US-kanadische Konzern wolle über drei Jahre keine Warenhäuser schließen oder Jobs abbauen, sagte Hudson's-Bay-Chef Richard Baker. Sein Unternehmen habe in den Verhandlungen zur Übernahme entsprechende Zusagen gemacht.

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Das ist der neue Chef: Richard Baker, CEO bei Hudson's Bay.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Frage nach Entlassungen stelle sich im Übrigen nicht, denn Hudson's Bay wolle mit Kaufhof wachsen und der Konkurrenz wie Karstadt Marktanteile abjagen. Möglicherweise werde die Belegschaft von derzeit rund 21.500 Mitarbeitern sogar erweitert.

Nach dem Verkauf von Kaufhof an den Handelskonzern Hudson's Bay pocht die Gewerkschaft Verdi auf umfangreiche Zusagen der Kanadier. Der Eigentümerwechsel biete die Chance, dass die Beschäftigten nach jahrelangen Spekulationen über die Zukunft nun eine klare Perspektive erhielten, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Über die Verpflichtungen in den Verträgen zwischen Hudson's Bay und der Kaufhof-Mutter Metro hinaus müssten entsprechende Tarifvereinbarungen mit Verdi geschlossen werden.

Augenmerk auf Service-Bereich

Baker versicherte, auch in Belgien keine Jobs streichen und keine Filialen schließen zu wollen. In beiden Ländern sehe er "großes Potential" und Wachstumsmöglichkeiten. Wie genau Hudson's Bay wachsen will, steht demnach noch nicht fest - das Augenmerk soll zunächst auf den Service-Bereich gelegt werden. Es werde aber auch geprüft, ob das Unternehmen mit seiner Luxus-Kaufhauskette Saks Fifth Avenue in Deutschland Fuß fassen könnte.

So fordert die Gewerkschaft rechtsverbindliche Verträge zur Sicherung der Standorte, der Jobs und der Tarifbindung. Zudem erwarte Verdi die Beibehaltung der derzeitigen Unternehmens- und Mitbestimmungsstruktur. "Die Kolleginnen und Kollegen brauchen schnell Klarheit über den zukünftigen Kurs des Kaufhof", sagte Nutzenberger. "Dazu erwarten wir vom neuen Eigentümer auch Antworten auf die Herausforderungen des Internethandels und den Verdrängungswettbewerb in der Branche."

Metro verkauft seine Tochter Galeria Kaufhof für 2,825 Milliarden Euro an Hudson's Bay. Der deutsche Marktführer soll für die Kanadier die Basis für eine weitere Expansion in Europa bilden. Karstadt-Eigner Rene Benko hatte sich vergeblich um Kaufhof bemüht. An den Börsen wurde der Metro-Konzern für den Verkauf mit weitreichenden Kursverlusten bestraft.

Quelle: n-tv.de, bko/rts/AFP

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