Wirtschaft

Steuerzahler sollen profitieren IfW empfiehlt Staatsbeteiligung bei Lufthansa

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Die Deutsche Lufthansa hat den Großteil ihrer Flugzeugflotte stillgelegt.

(Foto: picture alliance / Christophe Ga)

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft unterstützt Überlegungen der Regierung, staatliche Beteiligungen an großen Unternehmen ins Auge zu fassen. Der Steuerzahler werde so am Erfolg beteiligt, "andernfalls federt er nur die Verluste ab", sagt IfW-Präsident Felbermayr.

Eine mögliche Staatsbeteiligung an der Lufthansa ist nach Ansicht des Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Gabriel Felbermayr, besser als Subventionen. "Sofern Kreditgarantien nicht ausreichend sind - etwa weil die Eigenkapitaldecke zu dünn wird - ist eine Beteiligung des Staates in Form einer Kapitalaufstockung ein geeignetes Mittel zur Stabilisierung von Unternehmen, die grundsätzlich gesund aufgestellt sind", sagte Felbermayr den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Sofern die Unternehmen die Krise dank der staatlichen Unterstützung überstehen, sei dann der Steuerzahler auch am Erfolg beteiligt. "Andernfalls federt er nur die Verluste ab", sagte Felbermayr. "Diese Asymmetrien sollte man vermeiden."

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Die Lufthansa hat bereits den Großteil ihrer Flugzeugflotte stillgelegt und will zunächst mit einem Sparprogramm durch die Krise kommen. Am Donnerstag hatte Konzernchef Carsten Spohr aber vor der steigenden Wahrscheinlichkeit gewarnt, dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden könne, "je länger diese Krise andauert".

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hatte am Donnerstagabend im ZDF gesagt, Großkonzernen wie der Lufthansa in der Coronavirus-Krise notfalls auch mit einer Beteiligung helfen zu wollen. Der Bund garantiere über die Programme der Förderbank KfW Liquidität für Unternehmen. "Ich habe vorgeschlagen, dass wir das auch ergänzen durch Programme, wo wir dann mit Eigenkapital helfen können, uns also zeitweilig an solchen Unternehmen auch beteiligen, wenn die das sinnvoll und hilfreich finden", sagte Scholz.

Quelle: ntv.de, ddi/AFP

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