Wirtschaft

"Wirtschaft wächst kräftig" Ifo-Geschäftsklima hellt sich auf

7370f77440fa4f90b49b66aaafdf6656.jpg

Der deutschen Wirtschaft geht es nach wie vor sehr gut.

(Foto: dpa)

Eine gute Nachricht zum Wochenbeginn: Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft ist laut Ifo-Index im April besser als erwartet. Laut Institutschef Fuest ist die Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft ist im April unerwartet deutlich gestiegen. Der Geschäftsklimaindex kletterte von 112,4 auf 112,9 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem leichten Plus auf 112,5 Zähler gerechnet.

"Die deutsche Wirtschaft wächst kräftig", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten die Geschäftslage besser, während die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter bewertet wurden.

Die deutsche Wirtschaft profitiert derzeit von der Belebung der Weltkonjunktur, dem Bauboom und einem robusten Konsum. Die führenden Forschungsinstitute hoben deshalb zuletzt die Wachstumsprognosen für dieses Jahr von 1,4 auf 1,5 Prozent und für 2018 von 1,6 auf 1,8 Prozent an.

Geschäftserwartungsindex geringer

Der Index der Geschäftslagebeurteilung stieg auf 121,1 (revidiert 119,5), was ebenfalls der höchste Stand seit Juli 2011 war. Volkswirte hatten dagegen einen Rückgang auf 119,1 prognostiziert.

Der Index der Geschäftserwartungen verringerte sich jedoch unerwartet auf 105,2 (105,7) Punkte. Erwartet worden war ein Anstieg auf 106,0 Punkte.

Reaktionen von Analysten

Volkswirte äußern sich optimistisch zur weiteren Konjunkturentwicklung in Deutschland. "Die seit Mitte 2016 gestiegenen politischen Risiken haben sich per saldo nicht nachteilig auf die Perspektiven der deutschen Wirtschaft ausgewirkt. Im Hinblick auf den nächsten Monat dürfte der zu erwartende Erfolg Emmanuel Macrons zudem für Entlastung sorgen", kommentiert Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

Nach Aussage von ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski profitiert Deutschland immer noch von früheren Reformen, den niedrigen Zinsen, dem schwachen Euro, sowie dem starken privaten und öffentlichen Konsum. "Der heutige Ifo-Index stützt den Eindruck, dass nicht nur Deutschland, sondern die gesamte Eurozone die Wachstumsüberraschung des Jahres 2017 werden könnten", schreibt er in einem Kommentar.

Alexander Krüger, der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, glaubt allerdings nicht, dass der Höhenflug der Umfragedaten Vorbote einer nachhaltig höheren Wachstumsdynamik ist. "Für das erste Quartal rechne ich mit 0,7 Prozent Wirtschaftswachstum, alles was darüber hinaus geht, ziehe bei der Prognose für das zweite Quartal wieder ab", sagt er.

"Deutschland bleibt auch nach dem wahrscheinlich sehr starken ersten Quartal auf breit abgestütztem Wachstumskurs", prognostiziert KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner die Daten. Allerdings sei eine Reihe von offenen wirtschaftspolitischen Fragen weiter für konjunkturelle Überraschungen nach beiden Seiten gut. "Ich denke vor allem an das Verhältnis zu den USA, und wie wir mit den kritischen Kommentaren aus Washington, insbesondere zum Leistungsbilanzüberschuss, umgehen", gab Zeuner zu bedenken.

Quelle: ntv.de, wne/rts/DJ

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.