Wirtschaft

Ein Jahr Wirtschaft im Lockdown In der Warte-"Hölle" der Corona-Hilfen

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Die Kassen vieler Unternehmen leeren sich erheblich schneller, als der Staat die versprochenen Hilfen auszahlt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Pandemie hat das Lebenswerk Tausender Unternehmer zerstört, Vermögen an den Börsen vernichtet und neu geschaffen, Millionen Arbeitsplätze unsicher gemacht und Deutschlands so solide Staatsfinanzen erschüttert. Unter anderem. Ein Jahr nach Beginn des bis dahin Undenkbaren, einem staatlich verordneten Shutdown großer Teile der Wirtschaft, zieht ntv.de eine Bilanz in Schlaglichtern. Die erste Folge handelte von Millionen Aktien-Neulingen. Die zweite vom problematischen Ausbleiben der Pleitewelle. Teil drei dreht sich um Einzelhändler, die auf digitale Rettung in letzter Minute hoffen.

Folge vier: Die von vielen Firmen dringend benötigten, staatlichen Hilfen lassen teils monatelang auf sich warten:

"Für uns ist das die Hölle, was hier gerade passiert", sagt David Zimmermann. Der Fitnessstudio-Betreiber aus Wiesbaden hat durch Corona bereits einen Umsatzverlust von mehr als einer Million Euro erlitten. Von der versprochenen staatlichen Unterstützung, ist bei ihm wie bei vielen anderen Unternehmen bislang nur ein Bruchteil angekommen. "Die schnelle unkomplizierte Hilfe, die angekündigt wurde, ist in Wahrheit wahnsinnig kompliziert", sagt Zimmermann ntv. Allein die Anträge zu stellen, sei sehr aufwendig und außerdem würden die Bedingungen andauernd geändert.

Als die Regierung den für Teile der Wirtschaft bis heute geltenden Lockdown im November verhängten hatte Finanzminster Olaf Scholz und Wirtschafminister Altmaier noch getönt, sie würden ""nicht kleckern, sondern klotzen" und "denen, denjenigen, "denen wir die Einschränkungen nicht ersparen konnten", so schnell und so umfänglich wie möglich helfen. Laut Finanzministerium hat allein der Bund - einschließlich Kreditgarantien - mehr als 1,1 Billionen Euro für Hilfsmaßnahmen bereitgestellt. Doch bei der Auszahlung hakt es.

Von den angekündigten November- und Dezemberhilfen hat Zimmermann bis Anfang März jeweils nur rund 40 Prozent der angedachten Summe als Abschlagszahlung erhalten. Inzwischen ist zwar zumindest die komplette Novemberhilfe auf seinem Konto eingegangen. Auf den Rest der Dezemberhilfen wartet er aber immer noch - und das sind rund 60.000 Euro. Zwar sei auch die Summe nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber auch diesen brauche er, um den Laden am Laufen zu halten und die aufgeschobenen Fixkosten zahlen.

Inzwischen hat Zimmermann sein Fitnessstudio zwar unter Auflagen wieder öffnen können: Doch statt 300 Sportlern können momentan höchstens 70 Trainieren. Für Zimmermann geht es seit einem Jahr bergab. Wenn er höre, es sei für alle gesorgt und trotzdem komme nichts an, dann sei das auch für die Mitarbeiter richtig bitter.

Mehr zu Staatshilfen für Unternehmen in der Corona-Krise lesen Sie in der ausführlichen Berichterstattung von ntv.de:

Quelle: ntv.de, jki

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