Wirtschaft

Ein Jahr Wirtschaft im Lockdown Vom Börsen-Crash zum Höhenflug

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Frank Meyer hat schon mehrere Krisen an den Finanzmärkten erlebt, aber noch nie eine, in der das Toilettenpapier in der Börse knapp wurde.

(Foto: Frank Meyer)

Die Pandemie hat Vermögen an den Börsen vernichtet und neu geschaffen, den Lebenstraum Tausender Unternehmer zerstört. Millionen Arbeitsplätze unsicher gemacht und Deutschlands so solide Staatsfinanzen erschüttert. Unter anderem. Ein Jahr nach Beginn des bis dahin Undenkbaren, einem staatlich verordneten Shutdown großer Teile der Wirtschaft, zieht ntv.de eine Bilanz in Schlaglichtern. Die erste Folge handelt von Millionen Aktien-Neulingen und ntv-Börsenveteran Frank Meyer.

Weltweit tobt ein Virus, mit jeder Welle wird der Wirtschaft der Hahn wieder zugedreht, aber die Börsen feiern Rekorde: Der S&P 500 hat in den vergangenen elf Monaten 75 Prozent zugelegt, der Dax rund 65 Prozent und der Nasdaq-100 sogar 90 Prozent. Einen richtigen Corona-Crash hatte der Markt im März 2020 gesehen - also genau vor einem Jahr: "Einen Tagesverlust von 1277 Punkten wie am 12. März habe ich noch nie gesehen. Da hieß es: Einfach nur raus!", blickt ntv-Börsenreporter Frank Meyer zurück.

"Für mich war es ein Rätsel, dass die Börse so lange gebraucht hat, um die Auswirkungen des Virus zu begreifen", sagt Meyer über die erste Phase der Pandemie. "Man kam sich regelrecht wie ein Schwarzmaler vor oder jemand mit einer ausgewachsenen Realitätsverweigerung." Als die Zentralbanken ihre Bazookas rausholten, habe er es mit der Angst zu tun bekommen. "Der Lockdown kam, der Börsen-Saal leerte sich und das Klicken auf der Dax-Tafel war lauter als der Handel selbst. Und der Dax stieg immer weiter."

Diese Bazooka-Billionen werden Inflation erzeugen, dachte Meyer schon damals. Genau diese Ängste werden nun, im Frühjahr 2021 an der Börse gehandelt.

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Erstmals wird dieser Börsen-Boom von einer neuen Anlegergeneration getrieben. Noch nie zuvor ist die Zahl der jungen Anleger so stark nach oben geschnellt wie in dieser Pandemie. Die Zahl der Aktionäre ist laut Deutschem Aktieninstitut im vergangenen Jahr um 2,7 Millionen in die Höhe geschnellt. Jeder Sechste hierzulande sei im Besitz von Aktien, Fonds oder ETFs. Das gab es zuletzt 2001. Besonders die Gruppe der unter 30-Jährigen war im Corona-Jahr sehr aktiv. Fast 600.000 junge Erwachsene wagten den Schritt auf den Aktienmarkt - das ist eine Steigerung von knapp 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Quelle: ntv.de, ddi

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