Wirtschaft

Nachfrage aus Autobranche steigt Infineon peilt kräftiges Wachstum an

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Der Chiphersteller sieht sich vor allem beim Thema Elektromobilität gut gerüstet.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Infineon registriert eine Belebung der Geschäfte. Im kommenden Jahr sollen deswegen Umsatz und Marge deutlich zulegen. In der vergangenen Periode dominierten derweil Corona und ein Zukauf die Zahlen - das bekommen auch die Anleger zu spüren.

Der Chipkonzern Infineon will nach einem Gewinneinbruch in der Corona-Krise weniger Geld an seine Aktionäre ausschütten. Wegen der milliardenschweren Übernahme des US-Chipherstellers Cypress und der Erholung der Automobilmärkte stieg zwar der Umsatz in dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 um sieben Prozent auf knapp 8,6 Milliarden Euro, wie Infineon mitteilte. Das Betriebsergebnis (Segmentergebnis) schrumpfte aber erwartungsgemäß um elf Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro. Der Überschuss brach sogar um mehr als die Hälfte auf 368 Millionen Euro ein. Infineon kürzt die Dividende daher um gut ein Fünftel auf 22 Cent je Aktie.

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"Einige unserer Zielmärkte, insbesondere der Automarkt, haben sich seit Sommer besser als erwartet erholt. Hinzu kommt der beschleunigte strukturelle Wandel hin zur Elektromobilität, insbesondere in Europa", sagte Vorstandschef Reinhard Ploss. Für das neue Geschäftsjahr 2020/21 erwartet der Manager einen Umsatzanstieg auf rund 10,5 Milliarden Euro. Einen Großteil soll das Autogeschäft beisteuern, in dem Infineon von der zunehmenden Nachfrage nach Chips und Steuerelementen für Elektrofahrzeuge und Fahrassistenzsysteme profitiert. Die Umsatzrendite soll bezogen auf das Segmentergebnis auf 16,5 Prozent steigen. Im vergangenen Jahr sank die sogenannte Segmentergebnis-Marge auf 13,7 Prozent von 16,4 Prozent im vorangegangenen Geschäftsjahr.

Ploss hatte für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatz von 8,5 Milliarden Euro und eine operative Umsatzrendite von rund 13 Prozent in Aussicht gestellt. Aus der Halbleiterbranche waren zuletzt unterschiedliche Signale gekommen. Der weltgrößte Chiphersteller Intel enttäuschte mit seinen Quartalserlösen die Märkte. Vor allem das rückläufige Geschäft mit Rechenzentren setzte dem US-Konzern zu. Der Konkurrent Texas Instruments übertraf hingegen im abgelaufenen Quartal die Umsatzerwartungen. Infolge der Erholung der Autobranche und des Trends zum Homeoffice steigerte der Konzern seine Erlöse.

Quelle: ntv.de, jwu/rts