Wirtschaft

7,4 Prozent im April Inflation in Deutschland steigt auf höchsten Wert seit 40 Jahren

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Lebensmitteleinkäufe sind in in den vergangenen Monaten deutlich teurer geworden.

(Foto: IMAGO/Geisser)

Stark gestiegene Energiepreise treiben die Inflation in Deutschland weiter an. Im April steigt die Teuerungsrate auf den höchsten Wert seit der deutschen Wiedervereinigung. Das Statistische Bundesamt kommt vorläufig auf 7,4 Prozent - und eine Entspannung ist nicht in Sicht.

Die Inflationsrate in Deutschland ist im April auf hohem Niveau weiter gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen um 7,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Berechnungen mitteilte. Im März war die jährliche Teuerungsrate auf 7,3 Prozent geklettert.

Vor allem stark gestiegene Energiepreise heizen die Inflation an, der Krieg in der Ukraine hat diesen Trend noch verstärkt. Von März auf April des laufenden Jahres stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland den vorläufigen Zahlen zufolge um 0,8 Prozent. Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger leisten können.

Im Vorjahresvergleich stiegen die Energiepreise um 35,3 Prozent, wie die Statistiker weiter mitteilten. Damit schwächte sich die Teuerung hier etwas ab - im März hatte die Inflationsrate für Energie wie Heizöl oder Sprit noch bei 39,5 Prozent gelegen. Der Anstieg der Nahrungsmittelpreise nahm dagegen zu: Im April wurden Obst, Gemüse, Fleisch oder Getränke den Angaben zufolge um 8,5 Prozent teurer, im März hatte die Rate bei 6,2 Prozent gelegen. Dienstleistungen verteuerten sich im Jahresvergleich laut Statistik um 2,9 Prozent. Die Nettokaltmieten kletterten um 1,6 Prozent.

Die Bundesregierung hat inzwischen zwei milliardenschwere Pakete geschnürt, um die Menschen in Deutschland zu entlasten. In ihren jüngsten Prognosen geben Volkswirte mit Blick nach vorne keine Entwarnung: Sie rechnen für das Gesamtjahr 2022 mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von mehr als sechs Prozent in Europas größter Volkswirtschaft.

Die Teuerungsrate von 7,4 Prozent wäre mit Blick auf die ehemalige Bundesrepublik der höchste Stand seit dem Herbst 1981, als infolge des Ersten Golfkriegs zwischen dem Irak und dem Iran die Mineralölpreise ebenfalls stark gestiegen waren, und damit zugleich Rekordwert seit der deutschen Wiedervereinigung 1990. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 erhöhten sich die Verbraucherpreise in Deutschland im Jahresdurchschnitt um 3,1 Prozent.

Quelle: ntv.de, tsi/rts/dpa

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