Wirtschaft

Wettrennen im Silicon Valley Investoren pumpen Unsummen in Startups

imago0114077273h.jpg

Investoren sehen sich offenbar gezwungen, schnelle Deals abzuschließen.

(Foto: imago images/Westend61)

Auch in Krisen-Zeiten wollen Risikokapitalgeber ihr Geld an junge Unternehmen verteilen. Die Euphorie, als Gewinner aus der Pandemie hervorzugehen, öffnet bei vielen die Portemonnaies. Doch nicht jedes Unternehmen kann die Erwartungen erfüllen.

Im Silicon Valley ist unter Risikokapitalgebern ein Wettrennen um Anteile an jungen Technologieunternehmen ausgebrochen. Während das zum einen zur Folge hat, dass schnell und viel investiert wird, wachsen zum anderen auch die Sorgen vor überhöhten Bewertungen. Wie die "Financial Times" unter Berufung auf den Datenanbieter Pitch Book berichtet, haben Investoren allein bis Februar dieses Jahres bereits mehr als 460 Milliarden Dollar in private Startups gepumpt. Das entspricht einem Anstieg von knapp 40 Prozent gegenüber dem letzten Höchststand aus dem Jahr 2018.

Angetrieben wird dieser Investment-Vorstoß laut dem Blatt vor allem von Risikokapitalgebern wie Coatue Management und Tiger Global Management werden. Letzterer verwalte insgesamt ein Vermögen von 50 Milliarden US-Dollar und habe sein Tempo beim Abschluss von Deals im Vergleich zum vergangenen Jahr fast verdoppelt und einige der größten Startup-Deals dieses Jahres geleitet. Darunter eine Finanzierungsrunde über 450 Millionen Dollar, die das Zahlungsunternehmen Checkout.com mit 15 Milliarden Euro bewertet hat. Nach Angaben von Pitch Book schließt der Risikokapitalgeber inzwischen etwa alle zwei Tage einen Deal ab. Und auch Coatue Management sei auf dem besten Weg, die Investitionssumme des vergangenen Jahres um mehr als die Hälfte zu übertreffen.

"Es gibt einen enormen Wettbewerb", zitiert die "Financial Times" Aarun Mathew, Partner bei der Risikokapitalfirma Accel. Es sei einfach so viel Kapital auf dem Markt vorhanden. Vor allem in Sparten, die von der Pandemie profitieren wie etwa Unternehmenssoftware oder E-Commerce, sehen sich Investoren offenbar gezwungen, schnelle Deals abzuschließen, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Einige Risikokapitalgeber sehen in dem Tempo laut dem Blatt eine wachsende Marktchance für Internetfirmen, die in der Pandemie die Akzeptanz neuer Technologien beschleunigen. Andere hingegen würden davor warnen, dass Startups in begehrten Branchen mit Blick auf ihre Fortschritte zu hoch bewertet worden seien. Es bestünde die Gefahr, dass Unternehmen die hohen Erwartungen nicht erfüllen. "Nicht jedes Unternehmen kann Zoom oder Snowflake sein", sagt Mathew der "Financial Times". Die Bewertungen des Videochatanbieters und des Cloud-Experten waren während der Pandemie in die Höhe geschossen. "Das sind erstaunliche Unternehmen. Aber sie sind einzigartig", sagt Mathew.

Der rasante Start ins Jahr dürfte vor allem die Euphorie von Investoren widerspiegeln, die nach Möglichkeiten suchen, um als Gewinner aus der Pandemie hervorzugehen.

Quelle: ntv.de, jki

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen