Wirtschaft

Teures Kerosin und UmwegeIran-Krieg treibt Flugpreise auf Rekordhöhe

12.03.2026, 16:21 Uhr
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Manche Flugverbindung kostet plötzlich doppelt so viel wie vor Kriegsbeginn. (Foto: picture alliance / dpa Themendienst)

Unterbrochene Flugrouten und hohe Kerosinpreise infolge des Kriegs in Nahost lassen Flugpreise in die Höhe schnellen. Erinnerungen an die Pandemie werden wach.

Der Iran-Krieg hat auch im Flugverkehr einen Preisschock ausgelöst. Die derzeit beobachteten Preise seien "beispiellos", zitierte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg den Managing Director von Alton Aviation Consultancy, Bryan Terry. Die Strecken zwischen Europa und Asien sind demnach besonders stark betroffen.

Rund ein Drittel des Verkehrs zwischen Asien und Europa wurde laut dem Beratungsunternehmen Roland Berger bisher über die Golfregion abgewickelt, wie es weiter heißt. Seit Kriegsbeginn wurden jedoch zigtausende Flüge gestrichen. Zeitweise entfielen infolge des Kriegs laut Bloomberg zehn Prozent der weltweiten Airline-Kapazität - der "größte Schock für die Luftfahrt seit der Covid-19-Pandemie".

Für 28.000 Dollar von London nach Singapur

Ein Businessclass-Hin- und Rückflug von Sydney nach London am 31. März und zurück am 10. April kostet demnach aktuell bis zu 28.000 Dollar. Ein Teil der Strecke muss dabei in der First Class geflogen werden, weil die Businessclass ausverkauft ist.

Das "Handelsblatt" meldete einen Preissprung von 160 Prozent bei einem Economy-Lufthansa-Flug von München nach Bangkok im Vergleich zu vor dem Krieg. Sowohl aktuell als auch an Ostern kostete die Verbindung plötzlich 3200 Euro. An den Feiertagen wäre das demnach sogar ein Preisanstieg von 225 Prozent.

"Die Nachfrage nach Flügen ist weiterhin vorhanden, aber auf einigen Strecken ist bis zur Hälfte der Kapazität weggefallen", erklärte Terry. Kein anderes Ereignis, etwa die Corona-Pandemie, habe ein vergleichbares Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot geschaffen. United Airlines beispielsweise meldete am Mittwoch neue Höchststände bei seinen Buchungen.

Zu den Flughafenschließungen am Golf kommen die gestiegenen Kerosinpreise. Die australische Fluggesellschaft Qantas etwa und Air New Zealand kündigten deshalb an, die Flugpreise anzuheben. Die Treibstoffpreise für Flugzeuge, die vor dem Konflikt bei etwa 85 bis 90 Dollar pro Barrel lagen, seien in den vergangenen Tagen drastisch auf 150 bis 200 Dollar pro Barrel gestiegen, teilte die neuseeländische Fluggesellschaft am Dienstag mit.

Die vietnamesische Regierung erklärte, die Betriebskosten der Fluggesellschaften des Landes seien aufgrund des Anstiegs der Kerosinpreise um 60 bis 70 Prozent gestiegen. Die Treibstofflieferanten hätten Schwierigkeiten, die Nachfrage der Airlines zu decken. Auch Thai Airways teilte laut dem Portal Airliners.de am Mittwoch mit, die Ticketpreise um 10 bis 15 Prozent zu erhöhen. Mehrere Fluggesellschaften kündigten zudem Treibstoffzuschläge an.

Quelle: ntv.de, chl

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