Wirtschaft

Neue Datenpanne Irische Behörden ermitteln gegen Facebook

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Facebook will Nutzer informieren, die von der Panne betroffen sind.

(Foto: dpa)

Fotos von Millionen Facebook-Nutzern könnten in die falschen Hände geraten sein. Nun prüfen Ermittler, ob der Konzern gegen die neuen Datenschutzregeln der EU verstoßen hat. Wenn dem so ist, droht ein Milliarden-Bußgeld.

Nach Bekanntwerden der neuerlichen Datenpanne bei Facebook haben die irischen Behörden Ermittlungen eingeleitet. Die irische Datenschutzbehörde DPC teilte mit, sie wolle eingehender prüfen, ob sich Facebook an die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union (DSGVO) halte. Die neuen Datenschutzregeln der EU gelten seit dem 25. Mai. Facebook hat seinen Europa-Sitz in Irland.

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Der US-Riesenkonzern hatte am Freitag um Entschuldigung für ein Datenleck gebeten, durch das möglicherweise unveröffentlichte Fotos von 6,8 Millionen Nutzern in falsche Hände gelangen konnten. Apps von Drittanbietern, denen Facebook-Nutzer den Zugriff auf Fotos gewährten, war es demnach zwischen dem 13. und dem 25. September möglich, auch auf Fotos zuzugreifen, die nicht bei Facebook gepostet wurden. Zugang zu den Fotos könnten bis zu 1500 Apps von 876 Entwicklern gehabt haben. Voraussetzung dafür sei gewesen, dass sich Nutzer bei den Apps über den Facebook-Log-in angemeldet und ihnen Zugriff auf die Timeline-Bilder gewährt hätten. Facebook will seine betroffenen Mitglieder informieren.

Der DPC-Sprecher Graham Doyle erklärte, seine Behörde habe seit dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung bereits mehrere Beschwerden von Verbrauchern wegen Verletzung ihrer Privatsphäre erhalten. Die irische Datenschutzbehörde hat in Sachen Facebook eine erweiterte Kompetenz für die gesamte EU, weil sich die Europazentrale des kalifornischen Unternehmens in Dublin befindet.

Gemäß der DSGVO müssen internationale Konzerne wie Facebook mit empfindlichen Bußgeldern rechnen, wenn sie beim Datenschutz gegen EU-Recht verstoßen. Ihnen drohen Strafen in Höhe von bis zu vier Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes. Bei Facebook, das 2017 einen Umsatz von 35,2 Milliarden Euro verzeichnete, könnten das 1,4 Milliarden Euro sein.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP

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