Wirtschaft

Telekom lässt E-Book-Reader fallen Japaner kämpfen nun gegen Amazon

"Tolino" war 2013 als Gegenentwurf einiger deutscher Buchhändler zum "Kindle" von Amazon gestartet.

(Foto: dpa)

Fliegender Wechsel bei "Tolino": Die Deutsche Telekom checkt aus, das japanische Unternehmen Rakuten übernimmt. Die Karten auf dem deutschen Markt der elektronischen Lesegeräte werden dadurch neu gemischt.

Die Deutsche Telekom kehrt dem E-Book-Reader "Tolino" den Rücken. Wie das Bonner Unternehmen mitteilte, wurde die Technologieplattform für den Rivalen von Amazons "Kindle" an das japanische Unternehmen Rakuten verkauft. Ein Verkaufspreis nannte die Telekom nicht.

Der Clou: Rakuten bietet mit "Kobo" bislang einen eigenen E-Reader an. Doch konnte sich dieser hierzulande nie gegen "Kindle" und "Amazon" durchsetzen. "Kobo" muss nun wohl weichen - am "Tolino" soll sich jedoch nichts ändern.

Als feste Größe etabliert

Der Rückzug der Telekom kommt überraschend, da das Unternehmen vor knapp vier Jahren mithalf, den "Tolino" als deutsche Antwort auf den Vormarsch des "Kindles" von Amazon aus der Taufe zu heben. Mittlerweile hat sich das Lesegerät zu einer festen Größe auf dem deutschen Buchmarkt entwickelt und kann Amazon durchaus die Stirn bieten.

Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass hiesige Buchketten wie Mayersche, Thalia oder Weltbild die E-Reader in ihren Läden verkaufen und auch die Beratung übernehmen. Die Handelshäuser gehören auch zu den Gründungsmitglieder der "Tolino"-Allianz.

Doch auf den großen Reibach können die Japaner nicht hoffen. Denn die Zeiten des rasanten Wachstums auf dem Markt für elektronische Bücher sind vorbei: 2015 gingen nach Zählungen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels 27 Millionen E-Books über die virtuelle Ladentheke nach 24,8 Millionen im Jahr davor. Digitale Bücher stellen damit 4,5 Prozent des Branchenumsatzes von 9,2 Milliarden Euro. Jahre zuvor wuchs die Sparte noch rasanter.

Quelle: n-tv.de, cas/rts/dpa

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