Wirtschaft

Ergebnisse sacken ein K+S holt sich zum Jahresauftakt blutige Nase

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K+S strauchelt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Umsatz, Ergebnis, Gewinn - das Auftaktquartal gerät für den Kalihersteller K+S ruppig. Immerhin muss die ohnehin zurückhaltende Jahresprognose nicht weiter zusammengestrichen werden.

Dem Kali- und Düngespezialisten K+S hat die allgemeine Marktschwäche den Jahresauftakt versalzen. Das operative Ergebnis (Ebit I) brach im ersten Quartal um fast ein Drittel auf 218 Millionen Euro ein, wie der Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller mitteilte. Allerdings hatten Analysten einen noch stärkeren Rückgang erwartet. Der Umsatz sank um rund ein Fünftel auf 1,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich und bereinigt verdiente der Konzern mit knapp 148 Millionen Euro gut ein Viertel weniger als im Vorjahreszeitraum.

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Im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte setzten K+S ein gesunkener Absatz sowie niedrigere Preise, vor allem für Kaliumchlorid, zu. Der Vorstand bekräftigte die bescheidene Prognose für 2016, die ein moderates Umsatzminus und einen deutlichen Ergebnisrückgang vorsieht.

Im Geschäftsbereich Kali- und Magnesium wird weiterhin ein deutlicher Rückgang des Durchschnittspreises und ein leicht niedrigeres Absatzvolumen erwartet. Im Geschäftsbereich Salz dürfte ein niedrigerer Absatz von Auftausalz nicht vollständig durch den moderat steigenden Absatz von Salzen für andere Anwendungsbereiche ausgeglichen werden, hieß es.

Stürmische Hauptversammlung?

Mit Spannung wird nun die morgige Hauptversammlung erwartet. Beobachter gehen davon aus, dass das Management mit Konzernchef Norbert Steiner an der Spitze dieses Mal viel Kritik einstecken muss. Gegenwind spürt die K+S-Führung derzeit von mehreren Seiten. Steiner steht vor allem unter Druck von Investoren, seitdem er im vergangenen Jahr die Übernahmepläne des kanadischen Wettbewerbers Potash abwehrte. Der Aktienkurs der Kasseler war daraufhin in den Keller gerauscht. Potash hatte 41 Euro je Aktie geboten, deutlich mehr als die K+S-Aktie seinerzeit mit 29 Euro kostete. Anfang Oktober zogen die Kanadier ihren Vorschlag nach massivem Widerstand des K+S-Managements aber auch mit Blick auf das inzwischen eingetrübte Marktumfeld für Kali wieder zurück. Für viele Aktionäre war das eine herbe Enttäuschung.

Obwohl das K+S-Management seitdem nichts unversucht gelassen hat, die Investoren davon zu überzeugen, dass der Konzern mehr wert ist als der Aktienkurs widerspiegelt, konnte es mit seiner Strategie bislang nicht überzeugen. Hoffnung setzt K+S dabei vor allem auf die neue Kalimine "Legacy" in Kanada, die noch in diesem Jahr angefahren werden soll. Die zukünftigen Wertbeiträge der Mine hatte K+S seinerzeit mit 21 Euro je Aktie beziffert. Analysten sind aber noch skeptisch.

Belastet wird der Konzern auch von der derzeit nur eingeschränkten Erlaubnis zur Versenkung von salzhaltigen Abwässern. Produktionseinschränkungen im Werk Werra sind daher in diesem Jahr nicht auszuschließen. Zu allem Unbill muss sich die K+S-Führung derzeit auch noch mit Klagen herumschlagen. Wegen des Verdachts der unerlaubten Abfallbeseitigung hat die Staatsanwaltschaft Meiningen im Februar Anklage unter anderem gegen K+S-Chef Steiner und den Aufsichtsratsvorsitzenden Ralf Bethke erhoben.

Auch der Aktienkurs hat sich inzwischen von seinem Tief im Februar von 17,65 Euro erholt und notierte am Montag bei 22,28 Euro. Dafür, dass die Anleger nicht gänzlich das Vertrauen in die Aktie verloren haben, könnte auch das kürzlich erfolgreich platzierte Schuldscheindarlehen über 600 Millionen Euro sprechen. Mit ihm will das Unternehmen unter anderem bestehende Kreditlinien reduzieren.

Quelle: n-tv.de

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