Südkorea ausgestochenKanada vergibt seinen Mega-U-Boot-Auftrag an TKMS

Der Auftrag war Chefsache. Kanada sucht eine Werft für den Bau von einem Dutzend neuer U-Boote. Die Bundesregierung legt sich für den Standort Deutschland ins Zeug - und hat Erfolg. Der Zuschlag stärkt zugleich massiv die Verbindungen zwischen Ottawa und Europa.
Für TKMS ist es der größte U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte. "Vor dem morgen beginnenden Nato-Gipfel setzt die kanadische Regierung damit ein starkes Zeichen der transatlantischen und europäischen Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie", kommentierte Bundeskanzler Friedrich Merz die Entscheidung.
TKMS war eines von zwei Unternehmen, die von Kanada für die Lieferung von bis zu zwölf modernen U-Booten in die engere Wahl gezogen wurden. Der Konzern treibt seit Monaten seine Bemühungen um den milliardenschweren U-Boot-Auftrag aus Kanada voran. Unterstützt wird das Unternehmen von der Bundesregierung und dem Partner Norwegen. Das deutsche Unternehmen setzte sich schließlich gegen den Konkurrenten Hanwha Ocean aus Südkorea durch.
Kanada steht unter dem Druck der USA, seine Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Das Land hat das Nato-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das Militär früher als ursprünglich geplant erreicht. Die Staats- und Regierungschefs der Allianz haben vereinbart, bis 2035 fünf Prozent des BIP in die Verteidigung und sicherheitsrelevante Investitionen zu stecken.
Auf dem anstehenden Nato-Gipfel in Ankara will Kanada zudem rund zehn Gründungsnationen für eine globale Verteidigungsbank vorstellen. Wie Reuters bereits berichtete, soll die "Defence, Security and Resilience Bank" (DSRB) bis zu 100 Milliarden Pfund an günstigen Finanzmitteln für die Verteidigung verbündeter Nationen mobilisieren.