Südkorea ausgestochenKanada vergibt seinen Mega-U-Boot-Auftrag an TKMS

Der Auftrag war Chefsache. Kanada sucht eine Werft für den Bau von einem Dutzend neuer U-Boote. Die Bundesregierung legt sich für den Standort Deutschland ins Zeug - und hat wohl Erfolg. Der Zuschlag stärkt zugleich massiv die Verbindungen zwischen Ottawa und Europa.
Die Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS hat offenbar von Kanada den Zuschlag für den milliardenschweren Bau von zwölf U-Booten erhalten. TKMS habe sich in dem Bieterverfahren durchgesetzt, berichtete die Zeitung "The Globe and Mail". Die TKMS-Aktie legte zeitweise elf Prozent zu. TKMS lehnte eine Stellungnahme ab.
Der Konzern treibt seit Monaten seine Bemühungen um den milliardenschweren U-Boot-Auftrag aus Kanada voran. Unterstützt wird das Unternehmen von der Bundesregierung und dem Partner Norwegen. TKMS ist eines von zwei Unternehmen, die von Kanada für die Lieferung von bis zu zwölf modernen U-Booten in die engere Wahl gezogen wurden. Der Konkurrent ist Hanwha Ocean aus Südkorea. Der U-Boot-Auftrag allein wird Branchenkennern zufolge auf mehr als zehn Milliarden Euro geschätzt.
"Das ist ein großes strategisches Vorhaben. Wenn das gelingt, dann wird das Kanada an uns für Jahrzehnte binden", hatte ein deutscher Regierungsvertreter in Berlin gesagt. "Das wäre ein sehr guter Startpunkt für eine strategische Zusammenarbeit." In den letzten Wochen und Monaten habe gerade der Bundeskanzler "viel investiert an politischer Arbeit".
TKMS-Chef Oliver Burkhard hatte angekündigt, den Auftrag aus Kanada mit einem umfassenden Industriepaket an Land ziehen zu wollen. Die Gespräche gingen weit über U-Boote hinaus und umfassten mögliche Investitionszusagen in den Bereichen Seltene Erden, Bergbau, Künstliche Intelligenz und Batterieproduktion für den Automobilsektor.
Kanada steht unter dem Druck der USA, seine Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Das Land hat das Nato-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das Militär früher als ursprünglich geplant erreicht. Die Staats- und Regierungschefs der Allianz haben vereinbart, bis 2035 fünf Prozent des BIP in die Verteidigung und sicherheitsrelevante Investitionen zu stecken.
Auf dem anstehenden Nato-Gipfel in Ankara will Kanada zudem rund zehn Gründungsnationen für eine globale Verteidigungsbank vorstellen. Wie Reuters bereits berichtete, soll die "Defence, Security and Resilience Bank" (DSRB) bis zu 100 Milliarden Pfund an günstigen Finanzmitteln für die Verteidigung verbündeter Nationen mobilisieren.