Wirtschaft
Durch den Zusammenschluss der beiden Warenhausketten soll ein neuer Einzelhandels-Riese entstehen.
Durch den Zusammenschluss der beiden Warenhausketten soll ein neuer Einzelhandels-Riese entstehen.(Foto: picture alliance/dpa)
Freitag, 05. Oktober 2018

Fusion mit Kaufhof: Karstadt-Eigner glaubt an "goldene Zukunft"

Vor der Fusion der beiden deutschen Warenhaus-Urgesteine zeigt sich der Eigentümer von Karstadt optimistisch. Er sei von dem Konzept "zutiefst überzeugt". Massenschließungen und massiven Jobabbau schließt er entgegen anderslautender Befürchtungen aus.

Der österreichische Immobilien-Investor und Karstadt-Eigentümer René Benko glaubt an die Zukunft von Kaufhäusern in Deutschland: "Wir sind vom Warenhaus als solchem zutiefst überzeugt", sagte Benko dem "Handelsblatt". "Die Innenstädte haben eine goldene Zukunft, glauben Sie mir." Karstadt und Kaufhof würden mit ihrer Fusion künftig "80 Prozent der städtischen Bevölkerung in unmittelbarer Nachbarschaft erreichen. Das kann sonst niemand, das ist einzigartig."

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Benkos Holding Signa und der Eigentümer von Kaufhof, der kanadische Handelskonzern HBC, hatten im September die Fusion der beiden deutschen Kaufhausketten bekanntgegeben. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Signa soll einen Anteil von 50,01 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen halten, HBC den Rest.

Die Fusion ist laut Benko "die Rettung des Unternehmens" Kaufhof. Die Kette sei "in einem ähnlich besorgniserregenden Zustand wie 2014 Karstadt", sagte der 41-Jährige dem "Handelsblatt". Er habe "den Eindruck, dass bei Kaufhof fast exakt die gleichen Fehler gemacht wurden wie einst bei Karstadt, bevor Signa dort eingestiegen ist." Vermutlich habe HBC gedacht, alte Rezepte aus Amerika ließen sich eins zu eins auf Deutschland übertragen. "Aber das ist einfach nicht der Fall."

Benko widersprach Befürchtungen über einen Jobabbau bei Kaufhof. "Es wird nicht zu Massenschließungen kommen. Natürlich müssen wir sanieren, aber wir werden wie bisher um jede Filiale kämpfen und versuchen, sie in die schwarzen Zahlen zu führen", versicherte Benko. Spekulationen, nach denen bis zu 5000 Jobs bedroht sein könnten, bezeichnete Benko als "unverantwortlich". Das sei seinem Team bei Karstadt ja auch gelungen. Bei Kaufhof stehe das Management "am Anfang eines anspruchsvollen Prozesses, nicht an seinem Ende".

Namen sollen bestehen bleiben

Der Investor versicherte zudem, dass beide Unternehmen ihren Namen behalten werden: "Es sind enorm kraftvolle Marken." Durch den Zusammenschluss der beiden Warenhausketten soll ein neuer Einzelhandels-Riese mit europaweit 243 Standorten und rund 32.000 Mitarbeitern entstehen.

Kaufhof und Karstadt macht seit Jahren der Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Online-Händlern wie Amazon oder Zalando zu schaffen, aber auch die Konkurrenz der großen Einkaufszentren. Besonders kritisch ist die Situation zurzeit bei Kaufhof. Die Kölner kämpfen auch nach der Übernahme durch HBC Ende 2015 mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Karstadt hat nach einer harten Sanierung gerade erst die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft.

Quelle: n-tv.de