Wirtschaft

Glückspiel-Tempel macht dicht Kasino-Vergangenheit holt Trump ein

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Das Taj Mahal war einst Herzstück von Trumps Kasino-Imperium.

(Foto: REUTERS)

Donald Trump lässt keine Gelegenheit aus, sich als überaus erfolgreicher Geschäftsmann zu präsentieren. Nun wird eines seiner ehemaligen Kasinos geschlossen. Für den Wahlkämpfer kommt das zur Unzeit.

Klotzen, nicht kleckern. Das ist das Motto von Donald Trump. Und so war es nur konsequent, wie sich sein Kasino "Trump Taj Mahal" im Spielerparadies Atlantic City nach der Eröffnung 1990 selbst bezeichnete: "Das achte Weltwunder". Nun, rund 25 Jahre später, ist das Kasino zum wiederholten Male pleite.

Trump und Taj Mahal verbindet nunmehr zwar lediglich der Name. Er hat seit einigen Jahren nichts mehr mit dem Management zu tun. Doch das Aus könnte dem Präsidentschaftskandidaten trotzdem schaden – denn die Geschichte von Trumps Kasinos passt nicht zu seinem Selbstbild des unfehlbaren Geschäftsmanns.

Besitzer des Taj Mahal ist Carl Icahn. Das Magazin "Forbes" schätzt sein Vermögen auf rund 17 Milliarden Dollar, er gilt als guter Bekannter Trumps. Icahn hatte das Taj Mahal vor rund anderthalb Jahren aus der Insolvenzmasse von Trumps ehemaligem Kasino-Imperium gekauft.

Der Betreiber des Kasinos teilte nun mit, das Taj Mahal werde angesichts des seit Wochen andauernden Streiks von Beschäftigten geschlossen – und zwar zum Tag der Arbeit, der in den USA am ersten Montag im September gefeiert wird. Begründung: Icahn Enterprises habe bisher 100 Millionen Dollar verloren bei dem Versuch, das Kasino zu retten. Derzeit sorge das Taj Mahal jeden Monat für Verluste in Höhe von mehreren Millionen Dollar. "Angesichts des Streiks sehen wir keine Möglichkeit, profitabel zu werden", so der Chef der Betreiberfirma, Tony Rodio.

Die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten des Kasinos waren Anfang Juli in den Streik getreten, um höhere Löhne durchzusetzen. Derzeit bekommen sie dem "Wall Street Journal" zufolge im Schnitt weniger als zwölf Dollar die Stunde und gehören damit zu den am schlechtesten bezahlten Menschen in Atlantic City. Außerdem wollten sie Leistungen für Krankenversicherung und die Altersvorsorge zurückerhalten, die sie bei der vorangegangenen Pleite im Jahr 2014 verloren hatten.

Gewerkschaftsfunktionär Bob McDevitt führte die Probleme des Kasinos dagegen auf Mismanagement Icahns zurück und schimpfte: "Wenn das der Typ ist, den Donald Trump als Finanzminister haben will, dann ist dieses Land dem Untergang geweiht."

Mehrere Pleiten

Trump hatte im Juni vergangenen Jahres "Freund" Icahn angeboten, ihn zum Finanzminister zu machen. Im August erklärte sich Icahn dazu bereit. Im November schloss er aber aus, jemals in Washington ein Amt zu bekleiden. Der Investor gehört im US-Wahlkampf zu den Unterstützern Trumps.

Das Taj Mahal war einst Herzstück von Trumps untergegangenem Kasino-Imperium. 1991, ein Jahr nach der Eröffnung, meldete das Kasino Insolvenz an. Trump musste sich von der Hälfte der Anteile trennen und sie den Gläubigern überlassen, um im Gegenzug geringere Zinsen und längere Laufzeiten der Kredite zu bekommen.

Mitte der 90er-Jahren brachte Trump seine Hotels und Kasinos dann an die Börse. Die beiden anderen seiner Kasinos in Atlantic City waren da schon pleite gegangen. Trump verlor wieder Anteile. 2004 stellte dann "Trump Hotels and Casino Resorts" wegen andauernder Verluste den Insolvenzantrag. Trump musste die Kontrolle abgeben und laut "Time-Magazine" 72 Millionen Dollar eigenes Geld in die Firma pumpen, um sie wiederzubeleben.

Trump zog sich 2009 nach einer weiteren Pleite aus dem Management zurück und hielt danach noch rund zehn Prozent der Anteile. Nach der jüngsten Pleite im Jahre 2014 trennte er sich auch davon – und stellt die Insolvenzen seitdem als kluge Umstrukturierungen dar, mit denen er sehr viel Geld verdient habe. Außerdem seien andere von dem Niedergang der Glücksspielindustrie in Atlantic City viel härter getroffen als er, sagte Trump. "Praktisch jede Firma in Atlantic City ging bankrott.", so Trump vor etwa einem Jahr während einer Fernsehdebatte der republikanischen Bewerber um Präsidentschaftskandidatur. Er habe die Stadt noch rechtzeitig verlassen, bevor sie "völlig zusammenbrach".

Das Trump Plaza wurde dichtgemacht, ein anderes Kasino verkauft. Das "Trump Taj Mahal" blieb, doch seinen Namen wollte Trump nicht mehr an der Fassade prangen sehen. Und so klagte er zunächst auf Entfernung, erlaubte aber später den Eigentümern, seinen Namen weiterzuverwenden.

Ob das eine gute Idee war? Im Kampf um die US-Präsidentschaft will Hillary Clinton aus den Kasino-Pleiten politisches Kapital schlagen. Ihre Botschaft: Entgegen seiner Selbstdarstellung sei Trump kein erfolgreicher Geschäftsmann, sondern ein Schaumschläger.

Anfang Juli hielt Clinton in Atlantic City eine Veranstaltung ab – mit dem geschlossenen Trump Plaza im Rücken, der Name ihres Konkurrenten auf dem dunklen Hochhaus gut in Szene gesetzt.

"The Donald" halte sich für einen unglaublichen Geschäftsmann, sagte Clinton. "Da er sich ja um einen Job bewirbt, ist die Frage erlaubt: Was in aller Welt ist hier passiert?"

Quelle: n-tv.de