Wirtschaft

Erst gehamstert, jetzt zu viel Klopapierabsatz in Deutschland bricht ein

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Klopapier war zwischenzeitlich so begehrt, dass es rationiert werden musste. Jetzt geht die Nachfrage deutlich zurück.

(Foto: imago images/Sabine Gudath)

Während der Corona-Krise ist Toilettenpapier eine begehrte Rarität. Doch der häusliche Vorrat scheint fürs Erste gesichert, das legen neue Absatzzahlen des Statistischen Bundesamtes nahe. Andere Hygiene-Artikel sind dagegen noch immer stark nachgefragt.

Die Deutschen hamstern in der Coronavirus-Krise immer weniger. Besonders bei Toilettenpapier ging der Absatz spürbar zurück, teilt das Statische Bundesamt mit. Er lag vorige Woche fast ein Drittel (-28 Prozent) unter dem Durchschnitt von August bis Januar - also, bevor die Krise im März begonnen hatte. Zu Beginn der Corona-Beschränkungen hatten sich viele Konsumenten mit so vielen Packungen eingedeckt, dass Supermärkte und Drogerien das begehrte Gut rationieren mussten.

Nach Angaben der Statistiker fiel auch der Absatz von Teigwaren spürbar um 30 Prozent. Sie sprechen von einer "gesättigten Nachfrage" und sehen Anzeichen, dass sich das Kaufverhalten der Verbraucher weiter normalisiert.

Dennoch stehen bestimmte Produkte immer noch hoch im Kurs, wie das Statistische Bundesamt feststellt. "Die Nachfrage nach Seife und Desinfektionsmitteln bleibt unterdessen überdurchschnittlich." Zwar lagen die Verkaufszahlen zuletzt nicht mehr auf so hohem Niveau wie im März, dennoch war der Absatz von Desinfektionsmitteln in der vorigen Woche zweieinhalb Mal so hoch wie üblich (+152 Prozent). Der Absatz von Seife lag um gut ein Drittel (+38 Prozent) über dem Durchschnitt der sechs Monate von August 2019 bis Januar 2020.

Viele Einzelhändler leiden jedoch stark unter den lange strikten Ausgangs- und Kontaktsperren. So fielen die Umsätze der Branche in Nordrhein-Westfalen im März zwar inflationsbereinigt nur um 1,8 Prozent. "Der Shutdown im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie war im März 2020 mit ausschlaggebend für Umsatzeinbrüche in verschiedenen Sparten des Einzelhandels", betont das Statistische Landesamt in Düsseldorf.

Die höchsten Rückgänge gab es im Handel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen (−48,2 Prozent). Dagegen verzeichneten der Versand- und Internet-Einzelhandel (+16,7 Prozent) und Apotheken (+7,1 Prozent) mehr Umsatz.

Quelle: ntv.de, ysc/rts