Wirtschaft

Eine große Zahl aus Jackson Hole Williams fordert die Dollar-Keule

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Mit kalifornischer Leichtigkeit: QE3 soll QE4 überflüssig machen.

(Foto: REUTERS)

Ein hochrangiger Notenbanker aus Kalifornien heizt die Debatte um Konjunkturhilfen für die US-Wirtschaft mit einer spektakulären Forderung neu an: Um einen "messbaren Effekt" zu erzielen, will der Chef der Westküsten-Fed in San Francisco erneut gewaltige Summen in die Märkte pumpen - diesmal zur Not auch zeitlich unbegrenzt.

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Geld lässt sich leicht vermehren: John Williams (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

In der Debatte um US-Konjunkturhilfen hat sich erstmals ein führender Notenbanker offen für eine dritte Runde von Anleihenkäufen im Volumen von mehr als 600 Mrd. Dollar ausgesprochen.

"Ich plädiere für etwas, was einen messbaren Effekt auf das Jobwachstum und die Arbeitslosenquote in den kommenden Jahren hätte", sagte der Präsident der regionalen Federal Reserve von San Francisco, John Williams, im US-Sender Bloomberg TV.

In einem Interview mit CNBC brachte Williams sogar ein unbefristetes Programm ins Spiel. Die zweite Runde der Aufkäufe hatte bereits ein Volumen von rund 600 Mrd. Dollar. Die dritte Runde könnte demnach dieses Volumen bei Bedarf deutlich übersteigen.

Fed wartet auf den "Bedarf"

John C. Williams führt die regionale Notenbank an der US-Westküste seit März 2011 und ist in diesem Jahr im Offenmarktausschuss der Fed stimmberechtigt. Er hat damit direkten Einfluss auf die maßgeblichen Entscheidungen im US-Notenbanksystem.

Fed-Chef hatte sich zuletzt zur Enttäuschung mancher Anleger an der Wall Street alle Möglichkeiten offen gehalten.

In seiner mit Spannung erwarteten Rede auf dem Jahrestreffen der Notenbanker in Jackson Hole beklagte der Zentralbanker, dass das Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft zum Abbau der hohen Arbeitslosigkeit zu schwach sei. Die Fed werde daher "bei Bedarf" Konjunkturspritzen aufziehen, erklärte Bernanke.

Knapp zwei Wochen vor der nächsten Zinssitzung unterließ er es jedoch zu signalisieren, ob und ab wann genau mit einer dritten Runde von Anleihenkäufen - im Fachjargon Quantitative Easing ( ) genannt - gerechnet werden kann. Experten rechnen mit erheblichen Auswirkungen auf das weltweite Investitionsverhalten, sollte sich die Fed zu einer solchen erweiterten Maßnahmen durchringen.

Die Folgen wären wohl auch in Deutschland spürbar - bestenfalls in Form einer Konjunkturbelebung.

Quelle: ntv.de, mmo/rts