Wirtschaft

"Ungerechtfertigte Erhöhungen" Kritik an Post wegen neuen Paketpreisen

Pakete mit der Deutschen Post zu verschicken, kostet seit Jahresbeginn etwas mehr. Die Bundesnetzagentur glaubt allerdings nicht, dass der Aufschlag fair ist. Es gebe "deutliche Hinweise" auf eine "ungerechtfertigte Erhöhungen der Paketpreise". Die Post will sich dazu nicht äußern.

Die Bundesnetzagentur hält die neuen Preise, die Privatkunden für Pakete der Deutschen Post zahlen müssen, für zu hoch. Man wolle in einem offiziellen Verfahren prüfen, ob die Post ihre Preise missbräuchlich erhöht habe, hieß es von der Bonner Behörde in einer Mitteilung. "Es gibt deutliche Hinweise, dass die Post einseitig zu Lasten von Privatkunden ungerechtfertigte Erhöhungen der Paketpreise vorgenommen hat", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.

Deutsche Post
Deutsche Post 40,72

Die Regulierungsbehörde vermutet, dass die neuen Paketpreise die tatsächlich anfallenden Kosten überschreiten. Unter Wettbewerbsbedingungen könnten sie nicht verlangt werden. Zunächst hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" über das Vorgehen der Behörde berichtet.

Die Post hatte ihre Preise für Privatkunden zum Jahreswechsel erhöht. Bei den unterschiedlichen Arten von Paketen fiel die Anhebung verschieden aus. Ein bis zu zwei Kilo schweres, mittelgroßes Päckchen zum Beispiel kostet in der Filiale für den Inlandsversand nun 4,79 Euro, zuvor waren es 4,50 Euro. Der Versand eines Zehn-Kilo-Pakets verteuerte sich um einen Euro auf 10,49 Euro. Im Durchschnitt stiegen die Preise um drei Prozent. Günstiger kommt man weg, wenn man seine Pakete online frankiert. Zuvor hatte der Konzern seine Gebühren für Pakete zuletzt 2017 angehoben.

Kritik an Vorteile bei Online-Frankierung

Die Bundesnetzagentur kann die Post gegebenenfalls auffordern, die Preise neu anzupassen. Die Vorteile für Kunden, die ihre Sendungen online frankieren, sind der Behörde besonders ein Dorn im Auge. Verbraucher, die nicht in der Lage seien, Pakete im Internet zu frankieren, würden damit benachteiligt, erklärte eine Sprecherin. Weil die Post rund 70 Prozent Marktanteil hat, wirke sich das - im Vergleich zu Wettbewerbern mit ähnlichen Regelungen - besonders stark aus.

Von der Post hieß es bisher lediglich: Die Preise sollen bis zum Abschluss der Prüfung unverändert bleiben. Darüber hinaus wolle man sich zu einem laufenden Verfahren nicht äußern, sagte ein Sprecher. Nach Angaben der Netzagentur soll das Verfahren innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen werden.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa