Wirtschaft
(Foto: Screenshot Kraken/Twitter)
Samstag, 13. Januar 2018

Kryptobörse vermasselt Update: Kraken zwei Tage lang nicht erreichbar

Die Aufgabe schien eigentlich überschaubar: Die große Kryptobörse Kraken wollte ihrer Internetseite nur kurz den Stecker ziehen, um ein Update aufzuspielen. Zwei Stunden sollte es dauern. Daraus wurden aber über 50. Die Nutzer der Plattform sind erzürnt.

Diese Meldung sehen Kraken-Nutzer seit Donnerstagmorgen.
Diese Meldung sehen Kraken-Nutzer seit Donnerstagmorgen.(Foto: Screenshot Kraken/Twitter)

Die populäre Handelsplattform für Kryptowährungen Kraken meldet sich nach zweitägiger Pause zurück. Seit ca. 13 Uhr können Nutzer wieder handeln, teilt die Kryptobörse mit. Die Betreiber entschuldigen sich für die "Unsicherheit, die diese Ausfallzeit verursacht" habe. Kraken war seit Donnerstagmorgen offline.

Die offizielle Ankündigung für die Wartungsarbeiten las sich eigentlich harmlos: "Kraken ist während des Upgrades für ca. 2 Stunden offline, möglicherweise länger." Doch dann gab es offenbar Probleme: "Abhebungen in allen Währungen sind für weitere 2-3 Stunden offline", hieß es später. Samstagvormittag war die Seite immer noch nicht zu erreichen.

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Erklärungen, was schief gelaufen ist, gibt es nicht. Nutzer sollten die Ankündigungen auf der Statusseite und Twitter im Auge behalten, hieß es in der Zwischenzeit lapidar. Entsprechend erzürnt reagierten auch die Nutzer, die tagelang keine Kryptowährungen wie Bitcoin auf der Plattform kaufen oder verkaufen konnten. Vor allem der Kommentar auf der Krakenseite kam in der Community nicht gut an.

Die Kraken-Betreiber gaben auf der Statusseite alle paar Stunden ein kurzes Update zur aktuellen Lage. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hieß es, die Programmierer müssten sich erst einmal hinlegen, um anschließend die Probleme erholt wieder angehen zu können.

In den sozialen Netzwerken hagelte es zynische Kommentare und Beschwerden. Beim Kursanstieg von Ripples Kryptowährung XRP konnten die Krypto-Enthusiasten zum Beispiel nicht dabei sein. Ein Nutzer überlegte laut, Kraken zu verklagen und wollte weitere Betroffene ins Boot holen. Ob eine solche Klage Erfolg hätte, ist unklar. Ein User mutmaßte gar, das FBI könnte seine Finger im Spiel haben.

In früheren Updates hatte Kraken mitgeteilt, es werde an "unerwarteten und heiklen Problemen" gearbeitet. Die Börse versicherte aber, das Geld der Kunden sei sicher. Kriminelle Übergriffe von Hackern und Diebstähle von Cybercoins sorgen regelmäßig für Negativschlagzeilen. Der berühmteste Fall ist der spektakuläre Angriff vor vier Jahren auf die Bitcoin-Börse Mt. Gox, als 25.000 Kunden Bitcoins mit einem Marktwert von heute 5,3 Milliarden Dollar verloren.

Die Plattform Kraken ist besonders sensibel, weil sie eine der Handelsplattformen ist, die die Chicagoer Rohstoffbörse CME Group verwendet, um die Bitcoin-Futures zu bewerten, die sie letzten Monat eingeführt hat.

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Quelle: n-tv.de