Wirtschaft

Erstmals nach mehreren Jahren Lieferando-Eigner hebt Provisionen an

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Der niederländische Lieferdienstkonzern Just Eat Takeaway ist in Deutschland vor allem für seine Marke Lieferando bekannt.

(Foto: IMAGO/Michael Gstettenbauer)

Der Lieferando-Eigner Just Eat Takeaway.com hat sich für das kommende Jahr einiges vorgenommen: Das Unternehmen will operativ schwarze Zahlen schreiben, nachdem es im vergangenen Jahr Milliardenverluste gemacht hat. Angesichts der hohen Inflation steigen deswegen die Provisionssätze.

Angesichts der hohen Inflation und steigenden Betriebskosten erhöht der Lieferando-Eigner Just Eat Takeaway.com seine Gebühren für Restaurants. Die Provisionssätze stiegen erstmals wieder nach mehreren Jahren in den meisten europäischen Ländern, darunter Deutschland und die Niederlande, um rund ein Prozent, teilte der niederländische Essenslieferdienst mit.

"Wir verstehen, dass es für unsere Partner schwierig ist, wenn sich die Preise ändern." Vor allem, wenn auch Energiekonzerne und Lebensmittelunternehmen die Preise anhöben. Die Teuerung im Euro-Raum war im Mai auf ein Rekordniveau von 8,1 Prozent geklettert. Konkurrent Uber Eats erklärte, im Moment in Deutschland keine Veränderungen zu planen. Die Gebühr liege weiterhin bei 30 Prozent, wenn Uber-Kuriere die Mahlzeiten auslieferten, und bei 13 Prozent, sollten es die Restaurants übernehmen.

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Insidern zufolge hält auch der zum US-Konzern DoorDash gehörende Anbieter Wolt in Deutschland an seinen jetzigen Provisionen fest. Seit dem Start im Sommer 2020 hätten sich diese nicht verändert. Der vor allem in Großbritannien starke Wettbewerber Deliveroo war zunächst nicht erreichbar. Im Vereinigten Königreich verzichtet Just Eat Takeaway.com nach eigenen Angaben auf eine Anhebung.

Der in Berlin ansässige Essenslieferdienst Delivery Hero, der in mehr als 50 Ländern aktiv ist, hielt sich bedeckt dazu, ob die Gebühren erhöht werden. Es gebe keine Einheitspolitik, teilte ein Sprecher mit. Allerdings prüfe das Unternehmen ständig alle Variablen, darunter auch Provisionen, um die Profitabilität zu erhöhen. Genau wie Just Eat Takeaway.com hat Delivery Hero angekündigt, im kommenden Jahr operativ schwarze Zahlen schreiben zu wollen. Beide Konzerne haben im vergangenen Jahr Milliardenverluste gemacht.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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