Wirtschaft

Blanke Panik am Markt Delivery Hero schlägt Anlegern auf den Magen

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Die Übernahme des spanischen Wettbewerbers Glovo hat Delivery Hero viel Geld gekostet.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Delivery Hero erwartet in diesem Jahr einen erheblichen Umsatzsprung. Dennoch strafen Aktionäre den Unternehmensausblick ab. Die Aktie halten viele daraufhin für ungenießbar. Investitionen und die starke Konkurrenz belasten das Unternehmen.

Delivery Hero will trotz der Konkurrenz durch wiedereröffnete Restaurants sein starkes Wachstum fortsetzen. Der Umsatz solle im laufenden Jahr auf 9,5 Milliarden bis 10,5 Milliarden Euro steigen, teilte der weltweit tätige Essenslieferdienst mit. Das entspräche einem Plus von mindestens 44 Prozent. Im vergangenen Jahr legten die Erlöse um 89 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zu. Der Dax-Konzern hatte eine Spanne von 6,4 Milliarden bis 6,7 Milliarden Euro vorgegeben. 2020 waren 2,8 Milliarden Euro eingenommen worden.

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Anleger straften den Ausblick des Unternehmens dagegen ab. Die Aktien des Essenslieferdienstes brachen um bis mehr als 20 Prozent auf den tiefsten Stand seit knapp zwei Jahren ein. Die erwarteten Verluste auf Ebitda-Ebene seien höher als angenommen, konstatierte die Berenberg Bank. Die Investitionen in das Lagernetz, Lieferfahrer sowie in neue Märkte und Übernahmen wie jüngst des spanischen Wettbewerbers Glovo halten Delivery Hero seit Jahren in der Verlustzone fest. Auch das Geschäft in Asien sei im Schlussquartal weniger stark gewachsen als erhofft, hieß es bei Berenberg. Zudem fielen die Investitionen für die Liefer-App Glovo höher aus als gedacht, sagte ein Händler.

Delivery Hero baut Lagernetz weltweit aus

Delivery Hero profitiert grundsätzlich davon, dass sich Menschen in der Corona-Krise daran gewöhnt haben, ihre Mahlzeiten online zu bestellen und sich nach Hause liefern zu lassen. Inzwischen will Delivery Hero seine Kunden allerdings nicht nur mit Restaurantessen versorgen, sondern auch mit Lebensmitteln und anderen Supermarktartikeln. Dafür wurde der Ausbau des Lagernetzes beschleunigt.

Inzwischen betreibt Delivery Hero weltweit mehr als 1000 Lager, muss allerdings auch die Konkurrenz in Schach halten. Dazu gehören auch gut finanzierte Startups wie Getir, Flink und Gorillas, an denen sich Delivery Hero im vergangenen Jahr beteiligt hat. Um langsam aus der Verlustzone zu kommen, hat sich der Konzern angesichts hoher Kosten und der scharfen Konkurrenz durch Lieferando-Eigner Just Eat Takeaway, Wolt und Uber Eats etwa aus Deutschland zurückgezogen und will zudem das Japan-Geschäft verkaufen.

Das Unternehmen sei auf dem besten Weg, 2022 ein positives bereinigtes Betriebsergebnis (Ebitda) für das Plattformgeschäft - also das Essensliefergeschäft - zu erzielen, hieß es. Im Januar hatte Firmenchef Niklas Östberg eine Kehrtwende für den Gesamtkonzern angekündigt: "Wir wollen 2023 in einer Position sein, um die Gewinnschwelle auf Konzernebene knacken zu können." 2022 soll sich zunächst die am Bruttowarenwert (GMV) gemessene Betriebsergebnis-Marge (Ebitda-Marge) auf minus 1,0 bis 1,2 Prozent verbessern nach minus 2,2 Prozent im abgelaufenen Jahr. Näheres zum im vergangenen Jahr tatsächlich erzielten Verlust dürfte erst der Jahresbericht enthalten, der am 28. April veröffentlicht wird.

Quelle: ntv.de, als/rts

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