Wirtschaft

"Weniger Druck auf Kessel" Lieferprobleme im Einzelhandel gehen zurück

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Nur noch 57,1 Prozent der Unternehmen geben an, dass nicht alle bestellten Waren geliefert werden könnten.

(Foto: imago images/Fotostand)

Noch im Dezember berichten vier von fünf Einzelhändlern von Lieferproblemen. Im neuen Jahr hat sich die Lage nach Angaben des Münchener Ifo-Instituts nun "merklich entspannt". An Ware fehlt es trotzdem weiter - besonders problematisch bleibt die Situation in Baumärkten.

Die Lieferprobleme im Einzelhandel haben sich im Januar einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zufolge merklich entspannt. Nur noch 57,1 Prozent der Unternehmen gaben an, dass nicht alle bestellten Waren geliefert werden könnten. Im Dezember waren es noch 81,6 Prozent.

"Nach dem Ende des Weihnachtsgeschäfts ist etwas weniger Druck auf dem Kessel", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe. Trotzdem fehle weiter Ware. Besonders problematisch bleibt die Situation für Baumärkte. Hier berichteten immer noch knapp 94 Prozent der Firmen von Lieferengpässen. Bei Autohändlern waren es 84 Prozent, bei elektronischen Haushaltsgeräten 80 Prozent. In Supermärkten gaben dagegen nur noch gut 18 Prozent der Betriebe an, noch Probleme zu haben. Im Dezember waren es hier 64,4 Prozent.

Der Einzelhandelsverband HDE rechnet in diesem Jahr angesichts vermutlich schrittweise wegfallender Belastungen durch die Coronavirus-Pandemie mit schneller steigenden Einnahmen. Nominal dürfte der Umsatz um drei Prozent auf 605,4 Milliarden Euro klettern, vor allem dank hoher Wachstumsraten im Onlinegeschäft.

Wegen der hohen Inflation wird davon aber nicht viel hängenbleiben. So rechnet der HDE preisbereinigt mit einer Stagnation. "Obwohl die Umsätze in der Gesamtbilanz wachsen werden, gibt es klare Verlierer", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Kleinere Betriebe und Läden in Innenstadtlagen seien weiter in der Defensive.

Impulse kommen vor allem aus dem Online-Handel. Dieser dürfte 2022 ein Wachstum von 13,5 Prozent aufweisen, der klassische Einzelhandel dagegen nur von 1,2 Prozent. 2021 waren die Unterschiede noch deutlicher. Hier legte der Online-Handel um gut 19 Prozent zu, während der klassische Einzelhandel um 0,7 Prozent schrumpfte. Insgesamt stand unter dem Strich 2021 ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem ersten Corona-Krisenjahr 2020. Die Erlöse summierten sich auf 587,8 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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