Wirtschaft

Langsameres Wachstum Lizenzgeschäft macht SAP zu schaffen

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SAP-Zentrale in Walldorf.

(Foto: dpa)

"Die Zukunft könnte nicht besser sein", sagt SAP-Chef McDermott hinsichtlich des Wachstums in der Cloud-Sparte. Allerdings ist bei den Walldorfern nicht alles Gold, was glänzt. So liegt der Umsatz wegen Einbußen im Lizenzgeschäft unter den Erwartungen.

Der Softwareriese SAP ist zum Jahresende langsamer gewachsen. Im vierten Quartal 2017 kletterte der Umsatz nur noch um ein Prozent auf 6,81 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Walldorf bekannt gab. Analysten hatten mehr erwartet. Im Vorquartal hatte das Plus vier Prozent betragen und in den ersten sechs Monaten war der Konzernumsatz noch um elf Prozent geklettert. Während die Erlöse mit der Mietsoftware aus der Datenwolke von Oktober bis Dezember noch um 21 Prozent anzogen, ging es im traditionellen Lizenzgeschäft um fünf Prozent nach unten.

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Um sich künftig Wachstum zu sichern, kaufte SAP in den USA für 2,4 Milliarden Dollar den Spezial-Cloudanbieter Callidus Software. Dies sei allerdings nicht der Beginn einer Übernahmewelle, sagte Firmenchef Bill McDermott nach der ersten Akquisition seit dreieinhalb Jahren. "Im Gegensatz zu unseren kalifornischen Mitbewerbern wollen wir organisch wachsen."

Der Amerikaner zeigte sich zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr und dem Schlussquartal: "Wir haben ein Knaller-Quartal versprochen und dies auch gehalten." Die neuen Cloud-Buchungen seien um 31 Prozent gestiegen. Finanzchef Luka Mucic hob im Gespräch mit Journalisten auf die gestiegene organische Marge ab. Über viele Jahre war diese angesichts der hohen Investitionen in den Ausbau des Cloudgeschäfts gesunken. Im vierten Quartal gelang nun eine Verbesserung auf 34,7 Prozent. Mucic betonte: "Wir werden die Marge nun konstant ausbauen." Firmenchef McDermott ergänzte: "Die Zukunft könnte nicht besser sein."

Fürs laufende Jahr prognostizierte der Weltmarktführer für Firmensoftware einen währungsbereinigten Umsatz zwischen 24,6 und 25,1 Milliarden Euro und will damit einen operativen Gewinn zwischen 7,3 und 7,5 Milliarden Euro erreichen. 2017 baute SAP seinen Betriebsgewinn um zwei Prozent auf 6,77 Milliarden Euro aus. Im vierten Quartal allerdings stagnierte er.

Setzen auf Datenwolke

Europas wertvollstes Technologieunternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 110 Milliarden Euro setzt wie die gesamte Konkurrenz auf das Zukunftsgeschäft mit der Datenwolke. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung und einfacherer Wartungsmöglichkeiten verzichten immer mehr Firmen darauf, teure Software-Lizenzen zu erwerben. Sie kaufen stattdessen flexiblere Web-Abos, die in der Regel monatlich bezahlt werden und nicht einmalig.

Die Anbieter liefern sich einen harten Wettbewerb, was wiederum hohe Investitionen im Rennen um die Gunst der Kunden nötig macht. Zugleich bleibt es ein Balance-Akt zwischen Cloud-Markt und dem angestammten Geschäftsmodell. "Das On-Premise-Geschäft wird heute und auch morgen weiter das Kerngeschäft von SAP sein. Auch, wenn darüber nicht mehr geredet wird", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), Marco Lenck.

Wer auf lange Sicht die Nase vorn hat, scheint noch unklar. Oracle hatte zuletzt mit einem schwächeren Wachstum in der Cloud überrascht. Amazon und Microsoft geben noch im Wochenverlauf Einblick in ihr Geschäft.

Quelle: ntv.de, wne/rts

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