Wirtschaft

Corona-Krise trifft Airline hart Lufthansa setzt Dividende aus

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Lufthansa-Chef Spohr warnt vor dramatischen Auswirkungen der Krise.

(Foto: imago images/Rüdiger Wölk)

Der Lufthansa bricht angesichts des Coronavirus die Nachfrage weg. Für das vergangene Geschäftsjahr sollen die Aktionäre deshalb keine Ausschüttung bekommen. So will der Konzern in der Krise liquide bleiben.

Die Deutsche Lufthansa will wegen der Coronavirus-Krise auf eine Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr verzichten. Zudem erwartet die von der Pandemie schwer getroffene Airline für 2020 einen deutlichen Ergebnisrückgang. Der Vorstand der Lufthansa habe beschlossen, der Hauptversammlung die Aussetzung der Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2019 vorzuschlagen, teilte das im Dax notierte Unternehmen am Freitagabend mit.

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Die Lufthansa Group habe 2019 mit einem bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Adjusted Ebit) von 2,026 Milliarden Euro abgeschlossen. Trotz Maßnahmen zur Begrenzung der finanziellen Auswirkungen der Coronavirus-Krise erwarte der Konzern, dass das Ebit 2020 deutlich unter Vorjahr liegen werde. Die bereinigte Ebit-Marge habe im vergangenen Jahr bei 5,6 Prozent und damit innerhalb der im Juni 2019 prognostizierten Spanne von 5,5 Prozent bis 6,5 Prozent gelegen.

In den kommenden Wochen wird das Flugprogramm laut Lufthansa weiter um bis zu 70 Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung reduziert. Außerdem senke der Konzern Sach- und Projektkosten, beabsichtige Kurzarbeit einzuführen und verhandele über die Verschiebung geplanter Investitionen.

Staatshilfen nicht ausgeschlossen

Der Vorschlag, keine Dividende für das Geschäftsjahr 2019 auszuzahlen, spiegele den Fokus auf die Sicherung der Liquidität wieder. Die grundsätzliche Politik des Konzerns, 20 bis 40 Prozent des Nettogewinns auszuschütten, bleibe unberührt. Um seine finanzielle Position abzusichern, hat der Konzern nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen zusätzliche Mittel in Höhe von rund 600 Millionen Euro aufgenommen. Aktuell verfüge der Konzern damit über liquide Mittel von rund 4,3 Milliarden Euro. Hinzu kommen ungenutzte Kreditlinien von rund 800 Millionen Euro. Die Lufthansa will am 19. März  ausführlich über die Geschäftsentwicklung im Jahr 2019 und den Ausblick für das laufende Jahr berichten.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte sich zuvor in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter gewendet und gesagt, dass die Auswirkungen der Krise immer dramatischer würden. Die Airline ziehe bei einer weiteren Verschärfung der Corona-Krise staatliche Hilfen in Betracht. Die Fluggesellschaften leiden besonders stark unter dem Corona-Schock für die Wirtschaft. Mit massiven Ausfällen von Flügen nach Asien, innerhalb Europas und ab dem Wochenende auch in die Vereinigten Staaten bricht ihnen immer mehr Geschäft weg. Die Lufthansa stemmt sich gegen die größte Krise in der Geschichte der Luftfahrt bereits mit Kostensenkungen.

Quelle: ntv.de, ino/rts