Wirtschaft

Konzern schluckt Getrag Magna kauft deutschen Getriebehersteller

3qmf4654.jpg5987025802904382338.jpg

Produktionsstraße bei Getrag

(Foto: dpa)

Der deutsche Getriebehersteller Getrag wird vom österreichisch-kanadischen Konzern Magna gekauft. Für einen Milliardenbetrag schlüpft das Familienunternehmen unter das Dach des Zulieferer-Riesen.

Die Neuordnung bei den Autozulieferern geht weiter: Der kanadisch-österreichische Konzern Magna kauft für etwa 1,75 Milliarden Euro den deutschen Getriebehersteller Getrag, wie beide Unternehmen mitteilten. Mit Magna an der Seite stoße Getrag in eine ganz neue Dimension vor, sagte der Chef des bisherigen Familienunternehmens, Mihir Kotecha. Mit dem neuen Eigentümer werde das Unternehmen künftig noch robuster gegen Marktschwankungen.

Magna
Magna 49,08

Kotecha sagte in einer Telefonkonferenz weiter, die Auftragsbücher des Unternehmens seien gut gefüllt. Magna-Chef Don Walker sagte, im Zuge der laufenden Überprüfung habe man festgestellt, dass der Ausbau des Bereichs Antriebsstrang eine strategische Priorität habe. Getrag sei ein Technologieführer in seinem Produktbereich. Im Zuge des Geschäfts übernimmt Magna auch Schulden in Höhe von 700 Millionen Euro.

Insgesamt werde damit der mehr als 80 Jahre alte Familienbetrieb aus Untergruppenbach in Baden-Württemberg bei dem Geschäft mit 2,45 Milliarden Euro bewertet. Der konsolidierte Umsatz betrug im vergangenen Jahr 1,7 Milliarden Euro, hinzu kommen weitere 1,6 Milliarden Euro an Erlösen aus Gemeinschaftsunternehmen. Getrag stellte im vergangenen Jahr 3,9 Millionen Getriebe her und beschäftigte weltweit 13.500 Mitarbeiter, davon 4950 in Deutschland.

Kein Stellenabbau geplant

IG Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger bedauerte den Verkauf. "Andererseits begrüßen wir es, dass mit Magna ein strategischer Investor gefunden wurde, bei dem Getrag gut ins Portfolio passt", meinte Zitzelsberger. Die klare Erwartung sei, dass die Arbeitsplätze erhalten blieben und die Standorte zukunftssicher gemacht würden. "Darüber werden wir zeitnah Gespräche mit der Unternehmensleitung führen."

Es sei kein Stellenabbau geplant, sagte ein Getrag-Sprecher auf Anfrage. Insgesamt besitzt das Unternehmen weltweit 23 Produktions- und Entwicklungsstandorte. Der Zulieferer war 2009 - während der weltweiten Wirtschaftskrise - mit einer Bürgschaft vom Land Baden-Württemberg gestützt worden, damit die Arbeitsplätze geschützt werden. Mittlerweile kann der Zulieferer aber sein Wachstum aus dem laufenden Geschäft finanzieren.

Magna will die Übernahme bis Ende 2015 abschließen. Dem Geschäft müssen die Kartellbehörden noch zustimmen. Getrag-Chef Kotecha sagte weiter, in der Vergangenheit habe es immer mal Gespräche gegeben. Bosch ist vor Magna nach Berechnungen der Branchenzeitung "Automobilwoche" weiter der weltgrößte Autozulieferer. In der Branche ist seit geraumer Zeit Bewegung.

Quelle: n-tv.de, bdk/dpa

Mehr zum Thema