Wirtschaft

"TecDax-Abstieg droht" Manz-Aktien setzen Talfahrt rasant fort

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Haupteinnahmequellen von Manz sind Anlagen zur Produktion von Displays für Tablet-PCs, Smartphones und Notebooks.

(Foto: Manz Automation AG)

Einen Tag nach der Präsentation tiefroter Zahlen geht es für die Aktie des Apple-Zulieferers Manz deutlich nach unten. Das Papier hat nun im vergangenen halben Jahr rund 60 Prozent an Wert verloren. Doch die Unternehmenführung will gegensteuern.

Im letzten Monat, im letzten halben Jahr, sogar während der vergangenen 52 Wochen hat im TecDax keine Aktie so schlecht abgeschnitten, wie die vom Maschinenbauer und Apple-Zulieferer Manz. Und nachdem das Unternehmen aus dem schwäbischen Reutlingen am Montag rote Zahlen präsentiert hat, geht es erneut steil nach unten mit den Papieren.

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Um mehr als sechs Prozent auf 38,60 Euro stürzen die Manz-Aktien ab, nachdem es bereits am Vortag zwei Prozent nachgelassen hatte. Damit summiert sich das Minus im vergangenen halben Jahr auf fast 60 Prozent - ihr Jahreshoch hatte die Aktie im Mai bei 96,12 Euro markiert. Seit Jahresbeginn hat das Papier etwa ein Drittel an Wert verloren. "Nach dem jüngsten Kurseinbruch droht Manz der Abstieg aus dem TecDax per Fast Exit" kommentierte bereits am Montag Uwe Streich, Indexspezialist bei der Landesbank Baden Württemberg.

Konjunkturschwäche in China setzt Manz zu

Herrschte bis in den Herbst noch Optimismus bei den Analysten, korrigieren diese seit Anfang Oktober ihre Kursziele für die Manz-Aktie eilig nach unten. Glaubten im Sommer noch viele Analysten, dass das Papier des Maschinenbauers in einem Jahr erneut rund 90 Euro wert sein könnte, liegt das durchschnittliche Kursziel mittlerweile bei nur noch rund 45 Euro.

Die jüngsten Zahlen gaben keinen Anlass, daran etwa zu ändern: Manz hat in den ersten neun Monaten ein Drittel weniger umgesetzt und schreibt rote Zahlen. Das Unternehmen bekam vor allem die konjunkturelle Abkühlung in China sowie die Entwicklungen an den chinesischen Kapitalmärkten im dritten Quartal zu spüren. Der Vorstand rechnet für 2015 nun mit einem Umsatzeinbruch um rund 30 Prozent auf 200 bis 210 Millionen Euro und einem operativen Verlust (Ebit) im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Haupteinnahmequellen von Manz sind Anlagen zur Produktion von Displays für Tablet-PCs, Smartphones und Notebooks.

Kaum ein Analyste rät noch zu Manz-Aktien

Nun will das Unternehmen mit einem Restrukturierungsprogramm Kosten senken. Den Fokus will die Manz AG künftig auf die Wachstumsmärkte Electronics und Energy Storage legen. Für den Geschäftsbereich Solar hingegen prüfe der Vorstand die strategischen Optionen, hieß es am Montag. Die Restrukturierungen sollen helfen, dass Manz künftig ab einem Umsatz von 200 bis 250 Millionen Euro profitabel ist. Details zu dem Sparprogramm soll es im Dezember geben.

Zu einem Kauf der Manz-Aktie rät mittlerweile kaum noch ein Bankhaus. Aus der Sicht von Analyst Thomas Rau von der Investmentbank Equinet ist es noch zu früh, wieder in die Manz-Aktien zu investieren: Grund sei die Unklarheit um die Restrukturierung sowie mögliche Entscheidungen zum Solar-Geschäft. Malte Schaumann vom Analysehaus Warburg rechnet zudem nicht damit, dass sich die Nachrichtenlage für Manz kurzfristig bessere: "Die Berechenbarkeit der Entwicklung im Jahr 2016 ist eher schlecht", schrieb er in einer Analyse vom Montag.

Quelle: n-tv.de, kst/rts/dpa/DJ

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