Wirtschaft

"Legacy" geht in Betrieb Meilenstein für K+S - Kurs fällt

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In Deutschland baut K+S Kalisalze unter anderem in Hessen und Thüringen ab.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der kanadische Potash-Konzern versuchte einst K+S zu schlucken. Nun greift das MDax-Unternehmen den Konkurrenten auf dessen Heimatmarkt an und eröffnet eine Kali-Mine. Das milliardenschwere Projekt sorgt aber auch für Kritik.

Der Salz- und Düngemittelhersteller nimmt seine Kali-Mine in Kanada in Betrieb. Der Konzern verbindet große Hoffnungen mit dem auf den Namen "Legacy" ("Vermächtnis") getauften Milliarden-Projekt. Doch der nordamerikanische Kali-Markt leidet bereits unter einem Überangebot, die Lagerkapazitäten sind knapp.

K+S Aktiengesellschaft
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Mit dem rund drei Milliarden Euro teuren Projekt im Süden der Provinz Saskatchewan ist K+S quasi im Vorgarten des kanadischen Rivalen Potash tätig. Der Konzern, der 2015 vergeblich versucht hatte, K+S zu übernehmen, dominiert zusammen mit den Wettbewerbern Agrium und Mosaic den nordamerikanischen Kali-Markt.  "Wie soll K+S in einen Markt eindringen, der nicht wächst und unter enormen Überkapazitäten leidet?", fragte Analyst Charles Neivert vom Investmenthaus Cowen.

Kursfantasie durch "Legacy"-Bewertung?

 Ein Aktienhändler entgegnete jedoch, dass die "Legacy"-Eröffnung "gut" für K+S sei: "Das könnte endlich wieder die Aufmerksamkeit auf ein Asset von K+S richten, das von der Börse lange ignoriert worden ist", sagte der Marktteilnehmer. "Zudem haben die Potash-Zahlen letzte Woche gezeigt, dass man trotzdem seine Gewinne verdoppeln kann."

"Interessant ist vor allem, dass einige Analysten den Wert von Legacy im Aktienkurs immer noch mit Null ansetzen", so der Händler weiter: "Ein erfolgreicher Minenbetrieb würde dann deutlich Platz nach oben in den Bewertungen ermöglichen."

Die K+S-Aktien gaben am Dienstag nach. Die im MDax gelisteten Titel verloren fast 2 Prozent. Der Gesamtmarkt zeigte sich hingegen kaum verändert.

Quelle: ntv.de, bad/rts/DJ