Wirtschaft

"PR-Gag oder Großtat?" Mieterbund lobt Deutsche Wohnen

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An der Spitze der Bewegung: Deutsche Wohnen will den Kritikern des Unternehmens den Wind aus den Segeln nehmen.

(Foto: imago images / Ulli Winkler)

In Berlin ist der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen zum Synonym geworden für alles, was schiefläuft auf dem Wohnungsmarkt. Doch das Unternehmen ist offenbar "lernfähig", wie der Chef des Mieterbundes feststellt. Neue Selbstverpflichtungen des Konzerns seien eine "positive Nachricht".

Der eigene Mietendeckel, den sich das Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen auferlegt hat, ist bei Mieterverbänden auf offene Ohren gestoßen. "Die Deutsche Wohnen ist wohl doch noch lernfähig", sagte Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes. "Die Frage ist aber, wie justiziabel das ist", schränkte er ein. "Wenn sich ein Mieter nicht darauf berufen kann, kann er sich auch nichts davon kaufen." Grundsätzlich sei es aber erst einmal eine "positive Nachricht".

In der Diskussion um rasant steigende Mieten in Städten hatte sich das börsennotierte Unternehmen Deutsche Wohnen am Samstag für einen eigenen Weg entschieden: Ab 1. Juli würden künftige Mieterhöhungen so begrenzt, dass ein Haushalt maximal 30 Prozent seines Nettoeinkommens für die Nettokaltmiete aufwenden müsse, kündigte das Unternehmen auf seiner Internetseite an. Ferner solle jede vierte neu zu vermietende Wohnung an Mieter mit Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein vergeben werden.

Mit Blick auf diese versprochene Sozialquote müsse man schauen, wie viele Sozialwohnungen das Unternehmen insgesamt im Bestand habe, ergänzte Ropertz. "Daran lässt sich messen, ob das ein PR-Gag ist oder eine Großtat."

Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn unterbreitete dem Berliner Senat auch eigene Vorschläge für eine gesetzliche Mietregulierung, die sich an den eigenen Selbstverpflichtungen orientiert. Damit reagierte der Manager auf den sogenannten Mietendeckel, der für fünf Jahre Mieterhöhungen nahezu vollständig verbieten soll. Dieser Plan war von der Immobilienwirtschaft heftig kritisiert worden.

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen mit Sitz in Berlin hat rund 167.000 Wohnungen. 70 Prozent davon in der Bundeshauptstadt, in der Wohnungsmangel herrscht. Hier steht das nach dem Dax-Konzern Vonovia zweitgrößte deutsche Immobilienunternehmen aber auch besonders in der Kritik.

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Quelle: n-tv.de, mbo/dpa