Wirtschaft

Abgestürzte Boeing-Maschinen Ministerin: Blackbox-Daten ähneln sich

Die Blackbox-Daten der beiden abgestürzten Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max 8 von Ethiopian Airlines und Lion Air weisen Gemeinsamkeiten auf. Das berichtet die äthiopische Verkehrsministerin.

Zwischen den Flugschreiber-Daten der am vergangenen Sonntag abgestürzten Ethiopian-Airlines-Maschine und denen der im vergangenen Oktober verunglückten Lion-Air-Passagiermaschine gibt es einer ersten Auswertung zufolge deutliche Ähnlichkeiten. Diese müssten bei den derzeitigen Ermittlungen näher untersucht werden, teilte die äthiopische Verkehrsministerin Dagmawit Mogesam mit. Die Flugschreiber seien in gutem Zustand und hätten die Auswertung "von fast allen erfassten Daten" ermöglicht. Zugleich kündigte Mogesam die Veröffentlichung eines vorläufigen Untersuchungsberichts "in 30 Tagen" an.

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Der geborgene Cockpit Voice Recorder der abgestürzten Ethiopian-Airlines-Maschine.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Flugschreiber der Ethiopian-Airlines-Maschine wurden seit Freitag von der französischen Luftsicherheitsbehörde BEA ausgewertet. Die Daten seien erfolgreich heruntergeladen worden und an das äthiopische Ermittlerteam weitergegeben worden, teilte die BEA mit. Die technische Arbeit sei nun beendet. Die sogenannten Blackboxes zeichnen den Sprechfunk im Cockpit und alle Flugdaten auf, weswegen sie für die Klärung der Unglücksursache wohl entscheidend sein werden. Auch US-Experten sind an der Untersuchung beteiligt.

Experten sehen Software als Problem

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Bei dem Absturz der äthiopischen Maschine vom Typ Boeing 737 Max 8 waren 157 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch fünf Deutsche. Bei dem Lion-Air-Unglück mit einer Maschine desselben Typs starben 189 Menschen. Ermittler vermuten, dass eine von Boeing eigens für die neue Flugzeugreihe entwickelte Steuerungssoftware ein wichtiger Auslöser des Absturzes gewesen sein könnte. Sollte die Software auch nach dem jüngsten Crash im Mittelpunkt stehen, würde der Druck auf Hersteller Boeing weiter steigen. Nach dem Unglück in Äthiopien verkündeten Luftfahrtbehörden rund um die Welt bis zur Klärung der Unglücksursache ein Flugverbot für die Boeing 737-Max-Reihe. Die rund 370 seit 2017 ausgelieferten Flugzeuge müssen daher am Boden bleiben.

Boeing will in den kommenden Wochen ein Update für die inzwischen kritisch beäugte Steuerungssoftware an die Airline-Kunden verteilen. Für den Flugzeugbauer sind die Zweifel an dem Kassenschlager - der US-Konzern hat noch fast 5000 offene Bestellungen für die Flugzeugreihe - ein ernsthaftes Problem. Es drohen Entschädigungsforderungen. Der Aktienkurs fiel vergangene Woche drastisch.

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Quelle: n-tv.de, jpe/AFP/dpa

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