Wirtschaft

Umweltzerstörung nicht mittragen Modekonzern boykottiert Leder aus Brasilien

US-Modemarken wie Timberland, Vans oder The North Face verzichten auf Leder aus Brasilien. Solange dort der Regenwald geschädigt wird, will man keine Geschäfte machen. Auch der weltgrößte Fleischhersteller JBS muss sich rechtfertigen.

Der US-Konzern VF mit seinen bekannten Modemarken Timberland, Vans und The North Face will angesichts der Vernichtung des Regenwaldes kein Leder mehr in Brasilien kaufen. Die Geschäfte würden erst dann wieder aufgenommen, "wenn wir das Vertrauen und die Zusicherung haben, dass die in unseren Produkten verwendeten Materialien keine Umweltschäden in dem Land anrichten", teilte das börsennotierte Unternehmen mit.

In Brasilien wüten derzeit verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald. Viele der Feuer sollen von Viehzüchtern und Bauern absichtlich gelegt worden sein, um landwirtschaftliche Nutzflächen zu gewinnen. Lokale Medien hatten bereits im Juli berichtet, dass der weltgrößte Fleischwarenhersteller und Lederproduzent JBS in Brasilien Land gekauft habe, das nicht zur Weidehaltung vorgesehen ist. JBS, eine brasilianische Aktiengesellschaft, wies dies zurück.

G7-Hilfen: Erstes Löschflugzeug startet in Paraguay

Wenige Tage nach dem Ende des G7-Gipfels in Biarritz ist unterdessen das erste von den G7 finanzierte Löschflugzeug im Amazonasgebiet im Einsatz. Das Flugzeug sei in Paraguay gestartet, um das Land im Kampf gegen die Waldbrände im Amazonas-Gebiet zu unterstützen, teilte der Elysée-Palast in Paris mit.

Weitere Flugzeuge sollten "in den kommenden Stunden" starten und vor allem in Bolivien zum Einsatz kommen. Das nördliche Nachbarland von Paraguay wird derzeit ebenfalls von schweren Waldbränden heimgesucht.

Die G7 hatten Soforthilfen in Höhe von 20 Millionen Dollar, umgerechnet 18 Millionen Euro, für den Kampf gegen die verheerenden Waldbrände in Südamerika bewilligt. Koordiniert wird der Einsatz von Chile. Einen mit den Mitteln der G7 finanzierten Einsatz in Brasilien erwähnte Paris zunächst nicht. Brasiliens ultrarechter Staatschef Jair Bolsonaro hatte das Angebot der G7 zunächst zurückgewiesen. Unter wachsendem Druck lenkte Bolsonaro zuletzt jedoch ein und teilte mit, die Regierung in Brasília sei unter bestimmten Bedingungen "offen" für die internationale Hilfe.

Quelle: n-tv.de, mau/rts/AFP

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