Wirtschaft

"Wir sind gut aufgestellt" Morgan Stanley schwebt im Gewinnhimmel

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Bei Morgan Stanley scheint dank einer Gewinnverdopplung die Sonne.

(Foto: REUTERS)

Bei der führenden Investmentbank an der Wall Street brummt das Geschäft: Morgan Stanley legt beeindruckende Zahlen vor. Vor allem der Wertpapierhandel floriert. Das dürfte ein gutes Omen für die Deutsche Bank sein.

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat ihren Gewinn im dritten Quartal fast verdoppelt. Weil der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Aktien anzog und auch die Vermögensverwaltung zulegte, kletterte der Überschuss binnen Jahresfrist um 87 Prozent auf 1,65 Milliarden Dollar, wie der Goldman-Sachs-Rivale mitteilte.

Morgan-Stanley-Aktien kletterten im frühen Handel 2,7 Prozent. Goldman hatte seine Bilanz am Donnerstag vorgelegt. Hier stieg der Gewinn um die Hälfte auf 2,1 Milliarden Dollar. Für die führende Investmentbank an der Wall Street war es das stärkste dritte Quartal seit 2009, als die Weltwirtschaftskrise die Märkte nach unten gerissen hatte.

Im Jahresvergleich erzielte Morgan Stanley ein Ertragsplus von zwölf Prozent - die gesamten Einnahmen stiegen auf 8,9 Milliarden Dollar. Die Bank habe ein weiteres starkes Quartal geliefert, sagte Vorstandschef James Gorman: "Wir sind gut aufgestellt, um überragende Renditen für unsere Aktionäre zu liefern - vor allem jetzt, wo die US-Wirtschaft weiter anzieht."

Die Zahlen aus den USA dürften der Deutschen Bank Mut machen, die Ende des Monats Details zur Geschäftsentwicklung veröffentlichen will. Auch die Frankfurter sind im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren traditionell stark vertreten. Die Einnahmen aus diesem Bereich erhöhten sich bei Morgan Stanley um knapp ein Fünftel auf 997 Millionen Dollar. Bei Goldman betrug das Plus der Handelssparte für Bonds, Währungen und Rohstoffe 74 Prozent, womit auch JP Morgan, die Bank of America und die Citigroup in den Schatten gestellt wurden.

Spekulation mit steigenden Zinsen

Der Anleihenhandel zählt mit zu den schwankungsanfälligsten Bereichen im Investmentbanking. Zuletzt herrschte hier immer wieder eine Flaute, weil sich viele Investoren wegen der historisch niedrigen Leitzinsen zurückhielten. Erst im September, als die Europäische Zentralbank den Ankauf von Pfandbriefen und Kreditverbriefungen ankündigte, kam wieder Schwung in den Markt. Zudem wird auf steigende Zinsen in den USA spekuliert, was den Handel belebt.

Morgan Stanley hat sein Engagement im Anleihenhandel allerdings seit der Finanzkrise zurückgefahren. Goldman Sachs profitiert davon, auch weil andere Konkurrenten auf Sparkurs sind. Dafür baut Morgan Stanley die Vermögensverwaltung aus, die weniger stark schwankt und so für stabilere Einnahmen sorgt. In dem Bereich kletterten sie im abgelaufenen Quartal um neun Prozent auf 3,79 Milliarden Dollar.

Quelle: ntv.de, lsc/rts/dpa