Wirtschaft

Berliner Landeschef mit Kehrtwende Müller will nun doch BER-Aufsichtsrat führen

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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller will den Chefposten im Aufsichtsrat des Hauptstadt-Airports BER übernehmen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Monatelang windet sich Michael Müller um den Chefposten im BER-Aufsichtsrat, droht sogar mit dem Rückzug aus dem Gremium. Nun hat es sich der Regierende Bürgermeister von Berlin anders überlegt und will das Amt am Haupstadtflughafen doch übernehmen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller will nun doch Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft werden. Das sagte Müller im RBB. Der von ihm eigentlich für den Posten vorgesehene Baustaatssekretär Engelbert Lütke Daldrup soll demnach nur noch ein normales Aufsichtsratsmandat erhalten. Wie der RBB berichtete, will Müller mit seiner Entscheidung die seit Monaten andauernde Hängepartie um einen grundsätzlichen Umbau der Aufsichtsgremien des BER beenden.

Laut RBB will sich Müller als Aufsichtsratschef künftig von einem deutlich aufgewerteten Flughafen-Sonderreferat in der Senatskanzlei beraten lassen. Die zwei bisher zuständigen Beamten sollen demnach von Experten aus der Bau- und Finanzverwaltung unterstützt werden.

Müller war als Nachfolger des früheren Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit in den Aufsichtsrat eingezogen. Zuletzt erklärte er, er werde sich aus dem Gremium zurückziehen und stattdessen in eine neue Gesellschafterversammlung gehen. Dennoch hatte er schon zu seinem Amtsantritt betont, dass nicht nur externe Experten, sondern auch die Spitzenpolitiker Verantwortung bei der Aufsicht über das Flughafenprojekt übernehmen müssten. Müller hatte mehrfach kritisiert, dass Brandenburg Ende vergangenen Jahres alle Minister aus dem Aufsichtsrat abberufen hatte und nur noch auf Staatssekretärsebene vertreten ist.

Neben Berlin sind Brandenburg und der Bund Eigentümer der Flughafengesellschaft, zu der neben dem BER auch der Flughafen Tegel gehört. Der BER befindet sich seit 2006 im Bau, die geplante Eröffnung scheiterte bislang an Bau- und Planungsmängeln. Gleichzeitig erhöhten sich die Kosten deutlich.

Quelle: ntv.de, cri/AFP