Wirtschaft

Deliveroo feiert Debüt Nasdaq macht Boden gut

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Die Marktteilnehmer warten gespannt auf Details zum Billionen Dollar schweren Infrastrukturprogramm von US-Präsident Joe Biden.

(Foto: AP)

Am Abend will US-Präsident Biden sein Konjunkturprogramm vorstellen. Entsprechend halten sich die Anleger an der Wall Street mit größeren Geschäften zurück. Während es für den Dow abwärts geht, macht der Nasdaq nach den Verlusten der vergangenen Tage wieder Boden gut.

Die US-Börsen haben sich zur Wochenmitte zweigeteilt gezeigt. Während der Dow nahezu auf der Stelle trat, verzeichnete der Nasdaq-Composite deutliche Gewinne. Der Dow-Jones-Index schloss 0,3 Prozent tiefer bei 32.981 Punkten, während der S&P-500 um 0,4 Prozent zulegte. Für den technologielastigen Nasdaq-Composite ging es indessen um 1,5 Prozent nach oben. Dabei gab es insgesamt 2007 (Dienstag: 2067) Kursgewinner und 1294 (1235) -verlierer. Unverändert schlossen 90 (105) Titel.

Kein Störfeuer kam derweil vom Anleihemarkt. Dort sind die Renditen zwar wieder leicht gestiegen, lagen jedoch deutlich unter dem am Dienstag erreichten höchsten Stand seit 14 Monaten, was am Aktienmarkt vor allem die Technologiewerte belastet hatte. Der Technologiesektor reagiert wegen seines höheren Fremdkapitalanteils besonders sensibel auf steigende Marktzinsen.

Nasdaq Composite
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Die Marktteilnehmer warteten indessen gespannt auf Details zum Billionen Dollar schweren Infrastrukturprogramm, das US-Präsident Joe Biden nach Börsenschluss in den USA erläutern wird. Das Hauptaugenmerk gilt dabei der Frage, wie die vorgesehenen Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur und erneuerbare Energien durch den Steuerzahler finanziert werden sollen. Biden hat schon angedeutet, dass höhere Einkommen deutlich höher besteuert werden sollen. Auch Unternehmen will der Präsident stärker belasten.

Das Programm sei notwendig, damit sich die Wirtschaft von dem gewaltigen Schock erholen könne, sagte Jane Shoemake, Portfoliomanagerin bei Janus Henderson Investors, in Anspielung auf den Einbruch infolge der Corona-Krise. Allerdings sei auch klar, dass die damit verbundenen Ausgaben irgendwie gegenfinanziert werden müssten. Steuererhöhungen seien daher sehr wahrscheinlich.

Apple
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Derweil hat sich die Beschäftigungslage in den USA weiter verbessert, wie aus dem Arbeitsmarktbericht des privaten Dienstleisters ADP hervorgeht. Mit einem Zuwachs von 517.000 Stellen fiel der Beschäftigungsaufbau im privaten Sektor zwar nicht ganz so stark aus wie von Volkswirten prognostiziert, aber dennoch beachtlich im Vergleich zu dem im Februar verzeichneten Plus von 117.000. Der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago hat im Vergleich zum Februar überraschend deutlich zugelegt.

Deliveroo-Debüt kaum Auswirkungen auf Amazon

Unter den Einzelwerten legten Walgreens Boots Alliance um 3,6 Prozent zu, nachdem die Apotheken- und Drogeriekette überzeugende Geschäftszahlen vorgelegt hatte. Apple (plus 1,9 Prozent) profitierten von der Hochstufung auf "Buy" durch die UBS.

Amazon
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Amazon (plus 1,3 Prozent) zeigten sich wenig beeindruckt von dem enttäuschenden Börsengang des Essenslieferanten Deliveroo, an dem der US-Konzern beteiligt ist. Die Deliveroo-Aktie fiel an ihrem ersten Handelstag an der Londoner Börse rund 30 Prozent unter den Ausgabepreis, den das Unternehmen schon am unteren Ende der zuvor genannten Spanne festgelegt hatte.

General Motors (minus 1,8 Prozent) ruft mehr als 10.000 Vans wegen eines Brandrisikos im Zusammenhang mit Batteriekabeln in die Werkstätten. Conocophillips gaben nach Vorlage von vorläufigen Geschäftszahlen für das erste Quartal 0,9 Prozent nach. Die Ölförderung des Konzerns wurde durch den Wintersturm Uri geschmälert.

Ölpreis schwächelt vor Opec+-Konferenz

Die Ölpreise tendierten nach unten. Die Marktteilnehmer warten auf die Konferenz der Opec+-Staaten am Donnerstag, auf der es auch um die Verlängerung von Fördermengenbeschränkungen gehen dürfte. Im Vorfeld hat Opec-Generalsekretär Mohammad Barkindo in einem Kommentar gesagt, dass das wirtschaftliche Umfeld "herausfordernd, komplex und unsicher bleibt". Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich indessen nach den Daten der staatlichen Energy Information Administration (EIA) in der Vorwoche etwas stärker als erwartet verringert.

Der Dollar tendierte nach dem Anstieg vom Vortag etwas leichter. Der Dollarindex gab 0,1 Prozent nach. Der Dollar hat bereits von der Ankündigung des Infrastrukturpakets profitiert, stellte die Commerzbank fest. Der Markt scheine darauf zu setzen, dass zumindest ein Teil durchgewunken werden kann, was dafür spreche, dass die US-Wirtschaft weiteren Rückenwind erhalten wird. Allerdings sei dies zweischneidig. Denn der Anstieg der US-Renditen spiegele zumindest teilweise fiskalische Risiken wider. Diese aber seien Dollar-negativ.

Diese Risiken könnten in den Fokus rücken, weil die Republikaner Widerstand gegen die Finanzierung des Pakets durch Steuererhöhungen leisten dürften. Für den Dollar werde letztlich entscheidend sein, ob sich der Markt davon überzeugen lasse, dass die geplanten Investitionen das längerfristige Wachstumspotenzial der USA erhöhen könnten. Vor diesem Hintergrund sollte daher ein besonderes Augenmerk auf die Details der Pläne gerichtet werden.

Am Anleihemarkt notierte die Zehnjahresrendite mit 1,73 Prozent deutlich unter dem 14-Monatshoch von über 1,77 Prozent, das am Vortag erreicht wurde. Der Goldpreis legte mit dem schwächeren Dollar etwas zu und stieg wieder über die Marke von 1700 Dollar je Feinunze.

Quelle: ntv.de, jpe/DJ

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