Wirtschaft

US-Firma kurz vor Übernahme Nestlé baut Geschäft mit Gesundheit aus

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Finanzieren will Nestlé die Transaktion mit liquiden Mitteln.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Lebensmittelkonzern Nestlé will den US-Allergiespezialisten Aimmune Therapeutics kaufen. Die Schweizer legen für Therapien zur Behandlung von bedrohlichen Lebensmittelallergien rund 2,6 Milliarden Dollar auf den Tisch. Nestlé baut damit sein Gesundheitsgeschäft weiter aus.

Der Schweizer Nestlé-Konzern will das US-Biopharmaunternehmen Aimmune Therapeutics übernehmen. Aimmunes Medikament Palforzia gegen Erdnussallergie, das Anfang des Jahres von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassen wurde, werde das Portfolio der Tochter Nestlé Health Science (NHSc) zur Behandlung von Lebensmittelallergien ergänzen, teilte der Konzern mit und kündigte ein Barangebot für alle ausstehenden Aktien von Aimmune zu einem Preis von 34,50 US-Dollar pro Aktie an.

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Einschließlich des Anteils von etwa 25,6 Prozent, den NHSc bereits an Aimmune besitzt, entspreche dies einem Unternehmenswert von insgesamt 2,6 Milliarden Dollar. Die Offerte beinhaltet einen Aufschlag von 174 Prozent auf den Schlusskurs von Aimmune von 12,60 Euro am 28. August. Die Transaktion werde voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres abgeschlossen und durch Barmittel finanziert. Sie werde das organische Wachstum von Nestlé im Jahr 2021 fördern und bis 2022/2023 zu den Bareinnahmen beitragen, teilte Nestlé weiter mit.

Weltweit leiden den Angaben zufolge bis zu 240 Millionen Menschen an Lebensmittelallergien, wobei die Erdnussallergie die häufigste ist. Palforzia, die erste und bislang einzige von der FDA zugelassene Behandlung von Erdnussallergie, werde dazu beitragen, die Häufigkeit und Schwere allergischer Reaktionen bei Kindern im Alter von 4 bis 17 Jahren zu reduzieren.

Die Folgen der Coronakrise bremsen derweil das Wachstum des Nahrungsmittelriesen. Zwar konnten die Schweizer im ersten Halbjahr ihr organisches Umsatzwachstum um 2,8 Prozent hochschrauben, doch verlangsamte sich das Tempo nach einem durch Hamsterkäufe getriebenen Jahresstart im zweiten Quartal. Von April bis Juni konnte Nestlé organisch nur noch um 1,3 Prozent zulegen. Für das Gesamtjahr peilt der für Nescafé, Maggi oder Kitkat bekannte Konzern nun ein organisches Umsatzwachstum zwischen zwei und drei Prozent an.

Quelle: ntv.de, jki/DJ/rts