Wirtschaft

Das Rundum-Sorglospaket Neuer Abo-Trend lässt Autopreise purzeln

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Auf den neuen elektrischen Fiat 500 gibt es noch keinen Preisnaachlass. Dafür gibt es auf seinen Vorgänger, den Verbrenner, den höchsten Rabatt.

(Foto: REUTERS)

Nach dem Einbruch der Autoverkäufe Anfang des Jahres werben Hersteller wieder mit Rabatten um Kunden. Sehr dynamisch entwickelt sich laut Autoexperte Dudenhöffer dabei der Bereich Abo-Angebote als Alternative zum Kauf oder Leasing. Inzwischen sind hier auch immer mehr Elektro-Modelle zu haben.

Immer mehr Autofahrer suchen ihre Neuwagen im Internet und nicht beim Händler, wie Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer in seiner jüngsten CAR-Studie schreibt. Vor allem Auto-Abos würden sich dabei immer größerer Beliebheit erfreuen. Mit weniger als einem Prozent ist ihr Anteil am Gesamtmarkt zwar immer noch verschwindend gering. Aber nach Daten des CAR-Instituts wächst das Angebot dynamisch. Im April sei das Angebot um weitere 36 Modelle auf 416 gewachsen, heißt es. Und nicht nur die Auswahl an Modellen wird größer, auch die Preise werden laut Studie für Kunden immer atttraktiver.

Das gilt insbesondere für die Autofahrer mit niedrigen Schadensfreiheitsrabatten, sprich Fahranfänger. Für sie "sind diese Werte vorteilhafter als der Kauf oder ein Finanzleasing zuzüglich der Unterhaltskosten", so Dudenhöffer. Laut den Studien-Daten lag der sogenannte CAR-Abo-Faktor der besten Angebote im April zwischen 1,1 Prozent und 1,4 Prozent. Anders ausgedrückt: Ein Neuwagenkunde bezahlte zwischen 1,1 beziehungsweise 1,4 Prozent des Angebotspreises des Neuwagens als Monatsrate. Die Angebote schließen alle Kosten außer Sprit mit ein.

Das günstigste Angebot ist laut Studie ein Seat Alteca mit einem Listenpreis von 31.965 Euro: Der Klein-SUV kostet beim Internetanbieter Like2Drive im Abo monatlich 299 Euro. Einen Renault Captur gibt es beim gleichen Anbieter für 279 Euro monatlich. Für die Nutzer fallen außer Treibstoff keine weiteren Kosten an. Neben den günstigen Preisen spricht laut Dudenhöffer allerdings noch etwas für Auto-Abos: "weniger Kundenstress und mehr Kundenkomfort durch alle Leistung aus einer Hand".

Das E-Auto-Angebot wächst

Auffällig sei bei der dynamischen Entwicklung, dass inzwischen auch vermehrt vollelektrische Neuwagen – wie etwa der Mercedes EQA – als Abo angeboten würden, so Dudenhöffer weiter. Der Anteil vollelektrischer Neuwagen am Gesamtmarkt ist laut seiner Studie im März mit 10,3 Prozent auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Es gibt zudem immer mehr neue Modelle, die mittlerweile auch schon wieder ältere Modelle ersetzen. Inzwischen denkt selbst der US-Elektroautopionier Tesla um: Mit 66 Prozent Spitzenreiter im ersten Quartal im Privatkundengeschäft habe bislang im Hinblick auf Nachlässe und Sonderkonditionen eine eher wertstabile Strategie verfolgt, heißt es. Neue Aktionen, wie die Flatrate im Tchibo-Abo für einen Tesla, würden jetzt jedoch zeigen, dass diese Verkaufspolitik aufgeweicht würde.

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Auch insgesamt bewegt sich der deutsche Automarkt wieder stärker auf Käufer zu. Wie der CAR-Auto-Report ebenfalls zeigt, haben viele Hersteller im April auch klassische Rabattaktionen wieder hochgefahren. Besonders die Importeure, aber auch Ford und Opel versuchten mit höheren Kundenzugeständnisse ihre Verkäufe zu stimulieren, heißt es. Nur VW und Audi blieben weiterhin eher "zugeknöpft", wenn es um Nachlässe ginge, schreibt Dudenhöffer.

Als Grund für die mittlerweile wieder vermehrten Kaufanreize nennt Dudenhöffer den Einbruch der Autokäufe im ersten Quartal. Sie hätten dafür gesorgt, dass der sogenannte CAR-Index auf 132 von 130 im März angestiegen sei. Internet-Rabatte für die 30-meistverkauften Neuwagen seien um 17,9 Prozent geklettert, die für die 15 Top Plug-In Hybrid-Modelle seien sogar um knapp 30 Prozent gestiegen.

Quelle: ntv.de, ddi

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