Wirtschaft

Bundesbank hat leere Chefsessel Neuer Vorstand lässt Weidmann warten

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Bundesbank-Chef Weidmann muss warten.

(Foto: REUTERS)

Die Neubesetzung der obersten Führungsebene der Bundesbank stockt. Der Europaabgeordnete Burhhard Balz, der für Andreas Dombret, nachrückt, wird sein Amt erst vier Monate später antreten. Für einen zweiten Chefsessel wird noch eine Kandidatin gesucht.

Der Europa-Abgeordnete Burkhard Balz tritt sein neues Amt als Bundesbank-Vorstand später an als erwartet. Er werde den Posten nicht zum 1. Mai übernehmen, sondern erst nach der Sommerpause zum 1. September, bestätigte Balz. 

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Der 48-jährige Burkhard Balz kann das Amt nicht nahtlos zum 1. Mai übernehmen.

(Foto: picture alliance / Holger Hollem)

Der CDU-Politiker begründete den späteren Start damit, dass er seine Aufgabe als Berichterstatter im EU-Parlament erfüllen und zunächst den geplanten Bericht über die künftigen Befugnisse des europäischen Finanzaufsichtssystems vorlegen wolle. Dabei gehe es um höchst sensible Fragen und massive deutsche Interessen. Er habe mit Bundesbank-Präsident Jens Weidmann gesprochen. Der Bundesbank-Vorstand könne dies gut nachvollziehen, sagte Balz weiter.

Zuvor hatte die "Welt am Sonntag" darüber berichtet. Der Bundesrat hatte am Freitag die Nominierung von Balz bestätigt. Er soll Nachfolger des scheidenden Bundesbank-Vorstandsmitglieds Andreas Dombret werden. Dombret ist für die Bankenaufsicht zuständig. 

Über die Nachfolge von Carl-Ludwig Thiele, der wie Dombret Ende April aus dem Bundesbank-Vorstand ausscheidet, ist bisher noch nicht entschieden. Hier hat der Bund ein Vorschlagsrecht. Gesucht werde dem Vernehmen nach möglichst eine Frau aus der Wissenschaft, die SPD-Mitglied ist oder der Partei zumindest nahesteht, schreibt die "Welt am Sonntag". Das Verfahren dürfte sich noch länger hinziehen. 

Der Bericht über die künftigen Befugnisse des Finanzaufsichtssystems gilt den Angaben zufolge als wichtige Entscheidungshilfe für die Frage, wie die europäische Aufsicht - bestehend aus der Bankenaufsicht (EBA), Versicherungsaufsicht (EIOPA) und Wertpapieraufsicht (ESMA) - organisiert werden soll.

Quelle: ntv.de, ddi/dpa