Wirtschaft

Offshore-Bohrung vor Brasilien Neues Leck bei Chevron

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Von alleine geht das nicht mehr raus: Ein Ölteppich im Meer vor Rio, hier nach dem Leck im November.

(Foto: REUTERS)

Der US-Konzern Chevron stößt bei seiner Suche nach Öl im Meer vor Brasilien auf finanzielle Risiken: Eine Bohrplattform schlägt leck, Rohöl strömt ins Meer. Der Betreiber gerät in Erklärungsnot, schwere Strafen drohen. Chevron verordnet seiner brasilianischen Sparte eine Zwangspause.

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Chevron-Brazil-Chef George Buck: Wie guckt jemand, der ahnt, dass es mächtig Ärger geben wird?

(Foto: REUTERS)

Nach der Entdeckung eines neuen Öl-Lecks hat Chevron erhält Dämpfer seine Förderaktivitäten in Brasilien vorübergehend eingestellt. Es sei etwas Öl in der Nähe eines Bohrloches ausgetreten, teilte der US-Konzern mit. Bei der temporären Schließung handele es sich lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme.

Für Chevron besonders peinlich: Das neue Leck trat an jener Bohrstelle auf, die bereits im vergangenen November Schauplatz einer Ölpest geworden war. Damals waren , bevor Chevron-Techniker die undichte Stelle schließen konnten.

Erst im Januar hatte ein Berufungsgericht in Ecuador den zweitgrößten Ölkonzern der USA wegen Vergehen der Vorgängerfirma Texaco im Amazonas-Gebiet zur Zahlung von 8,6 Mrd. Dollar verurteilt.

Risikofaktor Umweltschäden

Angesichts des aktuellen Lecks schätzte ein Chevron-Manager die nun erforderliche Betriebsunterbrechung auf einen Zeitraum von mehreren Monaten. In dieser Zeit fänden abgesehen von den Reparaturmaßnahmen keine weiteren Arbeiten vor Ort statt.

Die gesamten Förderpläne für Brasilien würden überprüft, hieß es bei Chevron. Noch sei unklar, ob das aktuelle Leck im Zusammenhang mit den Vorfällen im November stehe.

Das sogenannte "Milliardenklage gegen Chevron "-Ölfeld, in dem es zu dem Unfall kam, gehört zu den größten bekannten Ölvorkommen in Brasilien. Die Chevron hat sich verrechnet liegen im Meer unweit der größten Stadt des Landes Rio de Janeiro.

Die Kapazität des Feldes und der bereits installierten Anlagen liegt Experten zufolge bei 80.000 Barrel Öl pro Tag. Chevron besitzt 52 Prozent des Feldes und tritt gegenüber den Behörden als Betreiber auf.

Der Entschluss Chevrons, die Arbeiten zunächst einzustellen, wirft neue Fragen zur Sicherheit in der brasilianischen Ölindustrie auf. Kritiker halten die Geschwindigkeit, mit der in Brasilien die Offshore-Förderung im Meer vorantreibt, für übereilt.

Quelle: n-tv.de, rts

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23.04.09