Wirtschaft

Landesbank mit Problemkrediten Niedersachsen hält an der NordLB fest

62525241.jpg

Mit Schiffskrediten verhoben: Die NordLB sucht Wege, ihr Portfolio zu bereinigen und den Kapitalpuffer zu stärken.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wie geht es mit der norddeutschen Landesbank weiter? Das Spitzeninstitut der Sparkassen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern könnte nun doch in Staatshand bleiben. Aufsichtsratschef Hilbers deutet neue Pläne an.

Die Landesregierung von Niedersachsen will auch nach einem möglichen Einstieg privater Investoren bei der NordLB die Zügel in der Hand halten. Die Landesbank sei wichtig für Niedersachsen und den Mittelstand, sagte Finanzminister und NordLB-Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers dem "Weser-Kurier". Deshalb wolle man auch weiter "auf die Geschicke dieser Bank entscheidenden Einfluss" haben.

105858655.jpg

Niedersachsens Finanzminister und in dieser Funktion zugleich auf Aufsichtsratschef der NordLB: Reinhold Hilbers (CDU).

(Foto: picture alliance/dpa)

"Das würde bedeuten, dass wir uns weiterhin mit über 50 Prozent an der NordLB beteiligen", wie Hilbers erklärte. Damit bestätigte er entsprechende Gerüchte: Überlegungen zum weiteren Umgang mit der NordLB waren bereits Ende Juli an die Öffentlichkeit durchgesickert. Man müsse allerdings abwarten, räumte der CDU-Politiker, ob ein Minderheits-Engagement für Investoren dann überhaupt noch attraktiv sei. "Sollte sich etwas anderes erweisen, wird man über diesen Punkt wieder reden müssen."

Niedersachsen ist derzeit mit einem Anteil von knapp 60 Prozent größter Eigner der NordLB - noch vor den Sparkassen, die gut 26 Prozent der NordLB-Anteile halten. Die Träger wollen bis Jahresende ein Konzept vorlegen, wie die schwachen Kapitalpolster des Instituts gestärkt werden können. Früheren Angaben zufolge sollte der Einstieg privater Investoren das Problem lösen. Auf die Frage, ob es Kontakt mit Interessenten gebe, sagte Hilbers: "Es wird jetzt ein Prozess stattfinden, in dem die Bank sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt."

Zudem gebe es derzeit "sehr intensive Gespräche" mit der EU-Kommission und der Aufsicht, wie Hilbers betonte. Man konkretisiere die verschiedenen Lösungsvorschläge. Ein Modell ohne die Sparkassen und damit auch ohne die Braunschweigische Landessparkasse sei zwar denkbar, aber eher langfristig, sagte der Aufsichtsratschef. "Zunächst einmal überlegen wir, ob wir andere Strukturlösungen finden."

Schulterschluss mit der LBBW?

Ein Zusammengehen mit anderen Landesbanken schloss Hilbers nicht aus. "Ich weiß allerdings nicht, ob das unsere Probleme, nämlich Bereinigung des Schiffsportfolios und Stärkung der Kapitalquote, lösen würde." Die Gewerkschaft Verdi hatte vor kurzem eine stärkere Kooperation mit der Landesbank Baden-Württemberg ins Gespräch gebracht.

Jüngst hatten Medienberichte über die Interne Revision der NordLB für neue Unruhe gesorgt. Demnach stellten die hauseigenen Prüfer Fehlverhalten etwa beim Umgang mit Schiffskrediten fest. Die Bank betonte, die Mängel seien bereits ausgeräumt oder würden bald beseitigt. Hilbers will die Lage bei der Bank Mitte der Woche im Finanzausschuss des niedersächsischen Landtags erörtern. Dies, heißt es, dürfte allerdings hinter verschlossenen Türen geschehen.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

Mehr zum Thema