Wirtschaft

Neue Angebote bis Freitag Niki ist wieder auf dem Markt

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"Voller Ungeduld" erwartet die IAG den Abschluss des neuen Bieterprozesses.

picture alliance / Georg Hochmut

Im März soll Niki wieder fliegen - doch der Weg dahin ist noch weit: Nach der Beschwerde gegen das Insolvenzverfahren in Deutschland ist ein neuer Bieterprozess gestartet. Neben den Airlines IAG und Ryanair will auch Niki-Gründer Lauda ein Angebot machen.

Die insolvente österreichische Airline Niki ist für ein paar Tage wieder auf dem Markt. Bis Freitag können Interessenten Angebote abgeben, wie die beiden in Deutschland und Österreich beauftragten Insolvenzverwalter mitteilten. Die britisch-spanische IAG mit ihrer Billigtochter Vueling will Niki auch weiterhin übernehmen, wie die Fluggesellschaft betonte. Weitere Interessenten sind Niki-Gründer Niki Lauda und der irische Billigflieger Ryanair.

In Deutschland ist Insolvenzverwalter Lucas Flöther zuständig für Niki. Er hat bereits einen Kaufvertrag mit Vueling ausgehandelt. Die Muttergesellschaft IAG erklärte in London, sie sei nach wie vor an Niki interessiert und erwarte "voller Ungeduld" den Abschluss des neuen Bieterprozesses.

Dieser Prozess musste neu aufgelegt werden, weil das österreichische Fluggastrechteportal Fairplane Beschwerde gegen die Zuständigkeit für das Insolvenzverfahren in Deutschland eingelegt und das Landgericht Berlin dem stattgegeben hatte. Das Landesgericht Korneuburg in Österreich eröffnete daraufhin vergangene Woche ein weiteres Hauptinsolvenzverfahren und setzte ebenfalls eine Insolvenzverwalterin ein. Sie wurde verpflichtet, neue Angebote für Niki einzuholen.

Insolvenzverwalter arbeiten zusammen

Nachdem Insolvenzverwalter Flöther am Montag noch gemahnt hatte, die österreichische Insolvenzverwalterin Ulla Reisch müsse dem Kaufvertrag mit Vueling zustimmen, sonst sei die Existenz von Niki in Gefahr, teilte er nun mit, er arbeite mit Reisch zusammen. Beide hätten eine enge Kooperation vereinbart.

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Insolvenzverwalter Lucas Flöther.

(Foto: picture alliance / Paul Zinken/d)

Welcher Bieter den Zuschlag erhält, werden der deutsche und der österreichische Gläubigerausschuss entscheiden, wie die beiden Insolvenzverwalter betonten. Ausschlaggebend seien auch weiterhin der Kaufpreis, die Finanzierungsfähigkeit sowie der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze bei Niki.

IAG will 740 Beschäftigte übernehmen

Die IAG ist zuversichtlich, dass sie auch weiterhin den Zuschlag erhält. Sie hat 20 Millionen Euro geboten, dazu kommen bis zu 16,5 Millionen Euro, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Am Wochenende hatte Niki-Gründer Lauda ein neues Angebot für die Airline angekündigt. Auch der irische Billigflieger Ryanair ist an Teilen von Niki interessiert, wie das Unternehmen mitteilte.

Aus der deutschen Insolvenzmasse werden laut Flöther die Mittel bereitgestellt, um den Basis-Geschäftsbetrieb von Niki aufrechtzuerhalten. Das Geld für die Niki-Beschäftigten vom 1. bis 12. Januar komme dabei aus dem österreichischen Insolvenzentgeltfonds. Bei Niki arbeiteten zuletzt rund tausend Beschäftigte. Die IAG will 740 von ihnen übernehmen.

Niki, Tochter der insolventen Air Berlin, hatte Mitte Dezember ebenfalls Insolvenz angemeldet. Zuvor hatte die Lufthansa wegen Wettbewerbsbedenken der EU auf ihr Angebot für Niki verzichtet. Der Kaufvertrag für Niki soll in der zweiten Februarhälfte vollzogen sein, wie die Insolvenzverwalter mitteilten. Im März soll Niki dann wieder fliegen.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP

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