Wirtschaft

Konzernumbau schlägt durch NordLB schreibt dieses Jahr Verlust

bb0b943a918609f1f8edc85c0290416b.jpg

NordLB-Zentrale in Hannover.

(Foto: dpa)

Derzeit läuft ein Bieterverfahren für den Einstieg in die NordLB. Das Geldinstitut braucht wegen seiner dünnen Kapitaldecke Geld. Die Jahresbilanz ist in diesem Jahr wohl mit einem Minuszeichen versehen.

Die NordLB rechnet wegen des Konzernumbaus und dem Wegfall von Arbeitsplätzen in diesem Jahr mit roten Zahlen. Für das Gesamtjahr sei ein noch nicht zu beziffernder Verlust zu erwarten, teilte die Landesbank aus Hannover mit. Rückstellungen im Zuge des geplanten Jobabbaus würden das Ergebnis belasten, sagte NordLB-Chef Thomas Bürkle.

Nach den ersten neun Monaten brach das Ergebnis vor Steuern um 80 Prozent auf 73 Millionen Euro ein. Allein die Kosten für Restrukturierung und Reorganisation verdoppelten sich fast binnen Jahresfrist und schlugen mit 122 Millionen Euro zu Buche. Die Landesbank will bis Ende 2020 rund 1250 von etwa 6000 Stellen streichen.

Die Eigner der NordLB suchen seit Monaten nach Wegen, wie sie die vergleichsweise dünne Kapitaldecke des Instituts stärken können. Im Gespräch ist auch der Einstieg privater Investoren. Im Laufe des Tages endet in einem Bieterverfahren die Frist für die Abgabe finaler Angebote. "Gemeinsam mit unseren Trägern werden wir eingehende Angebote externer Investoren gründlich prüfen und so bald wie möglich über das weitere Vorgehen entscheiden", sagte Bürkle.

Commerzbank nicht mehr im Bieterverfahren

Im Rennen waren zuletzt wohl nur noch US-Finanzinvestoren wie Cerberus und Apollo. Insidern zufolge wird die Landesbank Hessen Thüringen (Helaba) keine Offerte abgeben, aber ihre Gesprächsbereitschaft für eine öffentlich-rechtliche Lösung zusammen mit der NordLB bekräftigen. Zudem steigt die Commerzbank laut Finanzkreisen aus dem Bieterverfahren aus.

Die Quote beim harten Kernkapital der NordLB sank Ende September auf 11,8 Prozent nach 12,4 Prozent Ende 2017. Beim Abbau der faulen Schiffskredite kam der Konzern eher langsam voran. Denn dieses Portfolio schrumpfte nur leicht auf 7,3 (Ende September: 7,7) Milliarden Euro.

Finanzkreisen zufolge verhandelt die Bank derzeit mit Interessenten über den Verkauf von zwei Schiffskreditpaketen über insgesamt rund 6,5 Milliarden Euro. Die NordLB erklärte, dass es im vierten Quartal voraussichtlich "noch einmal zu einer erhöhten Risikovorsorge für das Schiffsfinanzierungsportfolio" komme.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

Mehr zum Thema