Wirtschaft

Von 10.000 Beschäftigten auf 600 Norwegian schrumpft Flotte drastisch

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Norwegian Air setzt 1600 Mitarbeiter frei und fordert Staatshilfe.

(Foto: imago images/Dean Pictures)

Norwegens Regierung hat Norwegian bereits einen Milliardenkredit gewährt und nun den Geldhahn zugedreht. Doch der Billigflieger hat im Sommer nur noch ein Zehntel der Passagiere befördert. Nun wird das Angebot bis auf Inlandsflüge zusammengestrichen. Nur sechs Prozent der Belegschaft haben noch Arbeit.

Der Billigflieger Norwegian Air kämpft ums Überleben. "Diese Krise ist noch lange nicht vorbei, und da wir in das saisonal schwierigere Winterhalbjahr eintreten, ist es entscheidend, dass die norwegische Luftfahrtindustrie weitere Unterstützung erhält, wenn sie überleben soll", sagte Unternehmenschef Jacob Schram. Am Vortag hatte die norwegische Regierung weitere finanzielle Hilfen für die Branche abgelehnt. Daraufhin stellte die Airline weitere 1600 Mitarbeiter frei und kündigte an, 15 der zuletzt noch 21 betriebenen Flugzeuge abzustellen. Die verbleibenden 6 Maschinen werden nur noch Inlandsflüge absolvieren.

Von ehedem 10.000 Beschäftigten werden in den kommenden Monaten nur noch 600 Arbeit haben. Geänderte Reisehinweise der Regierung und Einschränkungen als Folge einer zweiten Corona-Welle in vielen Ländern hätten dazu geführt, dass bestimmte Routen wieder unrentabel geworden seien, erklärte das Unternehmen.

Für den Sommer meldete die Airline nun ein Defizit von einer Milliarde Norwegischen Kronen (rund 96 Millionen Euro). Der Umsatz brach binnen Jahresfrist von 14,4 Milliarden auf knapp 1,3 Milliarden Kronen ein. Befördert wurden im Sommer fast eine Million Passagiere - rund ein Zehntel des Vorjahreswertes.

Einziger kleiner Lichtblick: Im zweiten Quartal war dieser Rückgang bei den Passagieren noch heftiger gewesen und hatte im Jahresvergleich bei satten 99 Prozent gelegen. Laut Quartalsbericht befanden sich zum Ende des abgelaufenen Quartals noch 3,4 Milliarden Kronen in den Norwegian-Kassen. Anfang Juli waren es noch fast 5 Milliarden.

Norwegian brauche zusätzliches Kapital, um seinen Betrieb im ersten Quartal 2021 und darüber hinaus aufrechtzuerhalten, teilte das Unternehmen mit. Die norwegische Regierung hat dem Unternehmen bereits drei Milliarden Kronen an garantierten Krediten bewilligt. Weitere direkte Finanzhilfen wird es aber nicht geben.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ