Wirtschaft

Umsatz- und GewinnsprungNvidia übertrifft alle Markterwartungen

20.05.2026, 23:23 Uhr
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Nvidia-Chef Huang begleitete US-Präsident Trump auf seiner China-Reise. (Foto: REUTERS)

Die mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Nvidia haben es in sich: Der Chip-Gigant überflügelt alle Erwartungen der Analysten und bleibt damit der Garant für einen ungebrochenen KI-Hype. Der Umsatz wächst um 85 Prozent.

Der stetig wachsende Bedarf an Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) hat Nvidia erneut zu einem Umsatz- und Gewinnsprung verholfen. "Der Bau von KI-Rechenzentren - das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Menschheit - schreitet mit außerordentlicher Geschwindigkeit voran", sagte Jensen Huang, Gründer und Chef des weltgrößten Chipkonzerns, am Abend nach Börsenschluss. Er kündigte zusätzliche Aktienrückkäufe im Volumen von 80 Milliarden Dollar an. Zudem soll die Quartalsdividende auf 0,25 von 0,01 Dollar je Aktie angehoben werden.

Im abgelaufenen Quartal steigerte Nvidia den Umsatz um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar. Die Erlöse mit Chips für Rechenzentren verdoppelten sich nahezu auf 75,2 Milliarden Dollar. Gestützt auf eine leicht verbesserte Gewinnmarge kletterte der bereinigte Gewinn auf 1,87 Dollar je Aktie. Für das angelaufene Vierteljahr peilt der weltweit wertvollste Konzern einen Umsatz von 91 Milliarden Dollar an, plus/minus zwei Prozent. Alle diese Kennziffern lagen über den Markterwartungen.

Auf die mit Spannung erwarteten Zahlen reagierten die Investoren zunächst zurückhaltend. In den ersten Minuten nach Veröffentlichung der Zahlen gab der Kurs nachbörslich bis zu rund drei Prozent nach. Danach schwankte er um den Nullpunkt.

Drei Kunden bringen Hälfte des Geschäfts

Nvidia erzielte mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit drei Kunden. Wie der Chiphersteller mitteilte, entfielen auf drei Direktkunden 21 Prozent, 17 Prozent und 16 Prozent des Gesamtumsatzes in dem Quartal. Dieser Umsatz sei in erster Linie dem Segment Compute and Networking von Nvidia zuzurechnen, das im Quartal um 88 Prozent zulegte. KI-Hyperscaler wie Amazon, Google, Meta und Microsoft sind die treibende Kraft für das schnellste Umsatzwachstum bei Nvidia und machten im ersten Quartal knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Nvidia diversifiziert nach eigenen Angaben seine Kundenbasis, indem das Unternehmen mehr Kunden für sein KI-Cloud-, Industrie- und Unternehmensgeschäft gewinnt. Dazu gehören Unternehmen, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Rechenzentren benötigen.

Die Rekordumsätze wurden durch das Wachstum im Rechenzentrumssegment von Nvidia angetrieben, insbesondere durch den Verkauf von Computer-Hardware. Dazu gehören die Grafikprozessoren (GPUs) des Unternehmens sowie andere Chips, die sowohl allgemeine als auch spezialisierte Rechenaufgaben ausführen. Der Umsatz mit Netzwerk-Hardware verdreifachte sich im Vergleich zum Vorjahr auf einen Rekordwert von 14,8 Milliarden Dollar.

Keine Prognosen zum China-Geschäft

In diesem Jahr ist die Nvidia-Aktie bisher um fast 20 Prozent gestiegen, was das Unternehmen mit einem Marktwert von fast 5,5 Billionen Dollar zum größten börsennotierten Unternehmen der Welt macht. Da das Unternehmen während des KI-Booms schnell gewachsen ist, verlangen die Anleger zunehmend, dass es die Erwartungen mit immer größeren Margen übertrifft, um den Aktienkurs von Nvidia deutlich nach oben zu treiben.

Die Anleger halten auch nach Anzeichen Ausschau, dass Nvidia bei seinem Plan, seine zweitfortschrittlichsten Chips in China zu verkaufen, Fortschritte macht. Die Trump-Regierung hatte den Verkauf der als H200 bekannten Prozessoren im vergangenen Jahr genehmigt, aber bisher haben die chinesischen Behörden noch keine Zustimmung für den Verkauf erteilt. Nvidia-Chef Huang sagte im Januar, die Nachfrage nach dem H200 sei "ziemlich hoch" und er erwarte bald größere Bestellungen. Das Unternehmen prognostiziert jedoch weiterhin keine Einnahmen aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Huang hat gesagt, der chinesische Markt für KI-Chips könnte ein Volumen von bis zu 50 Milliarden Dollar pro Jahr haben.

Quelle: ntv.de, mau/rts/DJ

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